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Einzelhandel : Zu wenig deutsche Shopping-Queens

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Umsatz brachten vor allem Kunden außerhalb Deutschlands Bild: dpa

Die deutschen Handelskonzerne erfüllen zwar ihre gesenkten Prognosen, Wachstum verzeichnen sie derzeit höchstens im Ausland.

          Die Zurückhaltung der Kunden im vergangenen Jahr lässt die deutschen Handelskonzerne abwartend ins neue Jahr starten. KarstadtQuelle erreichte nach vorläufigen Berechnungen mit einer Steigerung auf 15,9 Millionen Euro seine Umsatzprognose zwar, hatte sie jedoch im November von sieben auf vier Prozent gesenkt. Expandieren wollen die Essener 2002 nicht mit ihren Säulen Warenhaus und Versandhandel, sondern im Bereich Dienstleistungen. Wachsen konnten die Handelshäuser vor allem außerhalb Deutschlands.

          Die KarstadtQuelle Bank soll künftig Kredite, Warenfinanzierung und Finanzanlagen anbieten und die Abwicklung einer neuen Kundenkarte betreuen, die gemeinsam mit der Deutschen Telekom herausgegeben wird. Bisher nutzen etwa acht Millionen Kunden die KarstadtQuelle-Karte, die damit an zweiter Stelle hinter der Payback-Karte von Metro und Lufthansa rangiert.

          Keine großen Sprünge beim Katalogversand

          Nur leicht legte KarstadtQuelle im vergangenen Jahr beim Versandhandel zu. Bei einem Marktanteil von 30 Prozent mit den Katalogen Neckermann und Quelle stieg der Umsatz von 7,6 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro zu. Im Einzelhandel kletterte der Umsatz von 7,6 auf 8 Milliarden Euro. Grund für den Zuwachs um 5,6 Prozent war jedoch vorwiegend die Übernahme des Textilhändlers Sinn-Leffers. 189 Warenhäuser der Marken Karstadt, Hertie, KaDeWe, Wertheim und Alsterhaus, 25 Karstadt-Sporthäuser sowie 225 Fachgeschäfte (Wehmeyer, WOM, Runners Point, Schaulandt und Golf House) gehören zur Einzelhandelssparte des Konzerns.

          Wachsen ja, aber im Ausland

          Vor allem beim Auslandsgeschäft, das bei der internationalen Konzentration im Handelssektor immer wichtiger wird, haben die deutschen Handelshäuser zugelegt. Metro, Weltmarktführer im Großhandel, hat im vergangenen Jahr den Auslandsanteil am Umsatzwachstum (5,5 Prozent) auf elf Prozent gesteigert (siehe Link „Metro wächst vor allem im Ausland“). Im Oktober hatte die Metro ebenfalls ihre Prognose für 2001 gesenkt und das Umsatzwachstum von sieben auf sechs Prozent revidiert.

          Das Ausland zählt auch bei Douglas immer mehr

          Durch das kräftige Auslandsgeschäft legte die Hagener Douglas-Holding im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent zu. Der Bruttoumsatz lag bei 2,5 Milliarden Euro. Den stärksten Schub erhielt Douglas dabei in den holländischen, spanischen und portugiesischen Filialen der Douglas-Parfümerien, dem Flaggschiff der Holding. Dort stiegen die Umsätze von 6,6 Prozent im Jahr 2000 auf 14,7 Prozent, während sie im Inland von 3,4 auf 3,2 Prozent zurückgingen. Die Schmuck-Geschäfte der Marke Christ, zweitstärkster Umsatzbringer, verbuchten im vergangenen Jahr einen Rückgang um 2,8 Prozent. Insgesamt hat sich bei Douglas im vierten Quartal die Erfahrung bestätigt, dass die Verbraucher auch in schwierigen Zeiten einen Hauch von Luxus gönnen würden.

          Die vollständigen Jahresabschlüsse und nähere Aussagen zum laufenden Jahr präsentieren die Unternehmen erst im Frühjahr: Am 26. März legt Metro seine Zahlen vor, am 25. April Douglas und KarstadtQuelle am 25. Mai.

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