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Einzelhandel : Euro führt zu höheren Preisen

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Ein Großteil des Einzelhandels hat einer Studie zufolge die Euro-Einführung zu teils drastischen Preiserhöhungen genutzt.

          Entgegen den Beteuerungen des Einzelhandels hat die Einführung des Euro in Deutschland zu teils drastischen Preiserhöhungen geführt. Einer am Montag veröffentlichten Studie zufolge sind bei etwa einem Drittel der Waren die Preise in Richtung eines neuen „Schwellenpreises“ (etwa 1,99 Euro) verändert worden. In 72 Prozent der Fällen sei dies Veränderung nach oben gewesen - zum Teil drastisch.

          Das Kölner Institut für angewandte Verbraucherforschung (IFAV) hatte im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) seit April 2001 in 100 Geschäften und Kaufhäusern in Berlin und Köln einen Warenkorb mit 1.200 Gütern beobachtet. In der letzten Woche durchgeführte Stichproben hätten die im Vorjahr entdeckte Tendenz bestätigt, dass der Handel die Euro-Einführung zu Preiserhöhungen nutzt, so der WDR.

          Bei den aktuellen Preissenkungen vor allem des Lebensmittelhandels warnt die Studie die Verbraucher zur Vorsicht. Vielfach seien Preise zunächst erhöht worden, um nun - werbewirksam aber in geringerem Umfang - wieder gesenkt zu werden. In den kommenden Wochen erwarten die IFAV-Experten zahlreiche Preisveränderungen: Der Handel beobachte das Verhalten der Verbraucher ganz genau und warte ab.

          Nach einer Stichprobe der „Lübecker Zeitung“ haben viele norddeutsche Gastwirte die Euro-Einführung zu einer deutlichen Preiserhöhung genutzt. Die Aufschläge gingen weit über eine Aufrundung zu glatten Euro-Preisen hinaus, berichtete das Blatt. Teilweise seien Gerichte um bis zu 15 Prozent teurer, abgerundet habe von den befragten Restaurantbesitzern niemand. Als Begründung für die Aufschläge hätten die Gastronomen auf gestiegene Lieferantenpreise verwiesen.

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