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Einwanderung : Migranten schicken fast eine halbe Billion Dollar heim

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Migranten unterstützen fast 800 Millionen Verwandte auf der ganzen Welt. Bild: dpa

Ausländische Arbeitskräfte haben zuletzt deutlich mehr Geld in ihre Heimat geschickt als noch vor zehn Jahren. Ein Großteil der Summe stammt aus zehn Staaten.

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          Regelmäßig schicken viele Menschen, die zum Arbeiten in ein anderes Land gegangen sind, Geld nach Hause. Einer Studie zufolge haben Migranten in reichen Ländern im vergangenen Jahr 445 Milliarden Dollar in ihre Heimat überwiesen. Wie aus einer Untersuchung des Internationalen Agrarentwicklungsfonds (Ifad) hervorgeht, schickten rund 200 Millionen Migranten - etwa die Hälfte davon Frauen - das Geld an ihre Familien in Asien, Lateinamerika und Afrika. Dort hätten die Mittel Millionen Menschen aus der Armut befreit.

          Das meiste Geld sei aus den Vereinigten Staaten (117 Milliarden), Europa (115 Milliarden) und den Golf-Staaten (100 Milliarden) gekommen. Insgesamt machen die Heimatüberweisungen im Schnitt weniger als ein Prozent der Wirtschaftskraft der jeweiligen Länder aus, in denen die Arbeitskräfte ihr Geld verdienen.

          Die Geldsummen haben sich dem Bericht zufolge über die vergangenen zehn Jahre deutlich erhöht. So wurden 2007 noch insgesamt rund 296 Milliarden Dollar (etwa 262 Milliarden Euro) in 144 Entwicklungsländer geschickt. Der Ifad ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Am deutlichsten, nämlich um 87 Prozent, stiegen die Überweisungen nach Asien an.

          Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Menschen, die aus den Entwicklungsländern, wo das Geld ankam, ausgewandert seien, um 28 Prozent gestiegen. Insgesamt versorgen derzeit rund 200 Millionen Migranten, die in anderen Ländern arbeiten, rund 800 Millionen Familienmitglieder weltweit. Die Migranten verdienen dem Bericht zufolge rund drei Billionen Dollar, wovon 85 Prozent in ihren Gastländern bleiben.

          Rund die Hälfte des Geldes wird aus zehn Ländern geschickt: aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Katar, den Vereinigten Staaten, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Das meiste Geld kommt in China, Indien und den Philippinen an. Insgesamt kommen mehr als 80 Prozent des Geldes in 23 Ländern an, 55 Prozent des Geldes in Asien. In 100 Ländern kommen mehr als 100 Millionen Dollar im Jahr an. Für all das müssen allerdings Überweisungskosten von jährlich rund 30 Milliarden Dollar gezahlt werden.

          „Es geht nicht um das Geld, das nach Hause geschickt wird, sondern um den Einfluss, den das auf die Leben von Menschen hat“, sagte Ifad-Präsident Gilbert Houngbo. „Die kleinen Summen von 200 oder 300 Dollar, die jeder Migrant nach Hause schickt, bedeuten rund 60 Prozent der Einkommen von Familien, und das macht für ihre Leben einen großen Unterschied.“ Der Autor der Studie, Pedro De Vasconcelos sagte, es handele sich um ein globales Phänomen: „Wegen fehlender Chancen müssen Menschen ihre Familien zurücklassen, um für sie zu sorgen.“ Die Migration sei für sie keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

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