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Einstieg in die Telekom Austria : Milliardär Carlos Slim engagiert sich stärker in Europa

  • Aktualisiert am

Auf Einkaufstour in Europa: Carlos Slim Bild: dpa

Der wahrscheinlich reichste Mann der Welt, Carlos Slim, geht noch stärker als bislang auf Einkaufstour in Europa. Jetzt kauft er sich in die Telekom Austria ein. Das ist der zweite Telekommunikationskonzern in kurzer Zeit.

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          Lateinamerikas größtes Mobilfunkunternehmen America Movil setzt seine Einkaufserie in Europa fort. Das Unternehmen, das von dem Milliardär Carlos Slim kontrolliert wird, übernimmt  21 Prozent an Telekom Austria vom Großinvestor Ronny Pecik. Damit steigt America Movil zum zweitgrößten Anteilseigner der Telekom Austria auf. Vorläufig will America Movil fünf Prozent der Aktien übernehmen. Weitere 16 Prozent sollen noch in diesem Jahr folgen. Mit den bisherigen Anteilen käme America Movil dann auf 22,7 Prozent. Pecik steigt im Zuge des Verkaufs seiner Anteile komplett aus der Telekom Austria aus.

          Carlos Slim hat angeblich 9,50 Euro je Telekom-Austria-Aktie bezahlt. Mit dieser Aussage zitierte die Nachrichtenagentur Reuters eine mit dem Geschäft vertraute Person. Damit dürfte er für das 21-Prozent-Paket gut 880 Millionen Euro auf den Tisch gelegt haben. America Movil und der Verkäufer Ronny Pecik wollten sich zunächst nicht dazu äußern.

          Mehr Engagement in Europa

          Slim, der angeblich der reichste Mann der Welt ist, nimmt sich offenbar immer stärker Europa vor. Denn zeitgleich will der 72-Jährige seine Macht bei noch einem weiteren großen Telekommunikationskonzern ausbauen, der niederländischen E-Plus-Mutter KPN. Slim scheint in Europa an der Strategie festzuhalten, mit der er sein Imperium aufgebaut hat: Er kauft angeschlagene Unternehmen und bringt sie zurück auf die Erfolgsspur, um sie gegebenenfalls mit Gewinn abzustoßen. Auch in die spanische Caixa Bank hat er investiert. Slim ist der Sohn eines libanesischen Einwanderers, der sein Geld mit dem Kauf von günstigen Immobilien gemacht hat.

          Europas Telekomkonzerne sind durchweg hoch verschuldet und stehen unter Druck, diese Schuldenberge zu abzubauen. Dazu stehen ihnen in erster Linie Netzkooperationen mit Konkurrenten sowie Verkäufe oder Fusion von Unternehmensteilen zur Verfügung.

          Der größte Telekom Austria-Aktionär, die Staatsholding ÖIAG, begrüßte den Einstieg von America Movil betont freundlich. „Dieser Investor ist ein finanziell und strategisch hervorragend aufgestelltes Unternehmen mit langfristigen strategischen Interessen speziell auch in Mittel- und Osteuropa“, sagte ÖIAG-Vorstand Markus Beyrer.

          America Movil habe erklärt, den Hauptsitz und den Osteuropa-Sitz ebenso in Wien halten zu wollen wie die Notierung der Telekom-Aktie an der Wiener Börse. America Movil habe diesen Zielen „in überzeugender Weise entsprochen“, sagte ÖIAG-Vorstand Beyrer. Er sei zuversichtlich, dass damit ein langfristig orientierter strategischer Partner für die Telekom Austria im Interesse des Unternehmens, aller Aktionäre, der Mitarbeiter und des Wirtschaftsstandortes Österreich gefunden worden sei.

          Carlos Slims Firmennetz hat zwei große Säulen - die Grupo Carso und den von ihr kontrollierten Mobilfunkkonzern America Movil, der Branchenprimus in Lateinamerika ist. Ende März zählte der Konzern mehr als 246 Millionen Handykunden. Druck von Wettbewerbsbehörden wegen mutmaßlich zu hoher Preise und der schwache Peso machen dem Flaggschiff derzeit zu schaffen - wohl auch ein Grund, warum sich Slim verstärkt in Europa umschaut.

          In den Vereinigten Staaten ist Slim schon jetzt eine feste Größe in der Unternehmenswelt, er hält Anteile an Konzernen wie der Modekette Saks, der New York Times und dem Vermögensverwalter Blackrock. Für Aufsehen sorgte auch sein jüngster Clou: Der Kauf von 8,4 Prozent an der früheren Repsol -Tochter YPF, die von der argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez trotz internationaler Proteste verstaatlicht wurde.

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