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Einigung : Kirch-Vergleich kostet Deutsche Bank 925 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Deutsche Bank in Frankfurt Bild: Setzer, Claus

Nach 12 Jahren Streit hat sich die Deutsche Bank mit den Erben des Medienmoguls Leo Kirch geeinigt. Nach Informationen der F.A.Z. trieb Ko-Bank-Boss Anshu Jain den Vergleich voran.

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          Der Vergleich zwischen der Deutschen Bank und den Kirch-Erben ist unter Dach und Fach. Das teilte Deutschlands bedeutendstes Geldhaus mit und bestätigte damit Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Die Bank muss insgesamt rund 925 Millionen Euro zahlen, einschließlich Zinsen und sonstiger Kosten.

          Die Anwaltskanzlei Hengeler Mueller verliert zudem ihr Mandat für die Deutsche Bank. Sie hatte das Institut jahrelang in dem Rechtsstreit beraten. Künftig wird die Kanzlei aber weiter für den früheren Deutsche-Bank-Vorstandschef Rolf Breuer tätig sein. So sollen dem Vernehmen nach Interessenskonflikte vermieden werden, denn die Bank wird nach dem Vergleich wohl Breuer in Regress nehmen müssen.

          Die Einigung mit den Kirch-Erben kam überraschend schnell. Im Vorstand hat nach Informationen der F.A.Z. der Ko-Vorsitzende Anshu Jain die Verhandlungen mit der Kirch-Seite vorangetrieben.

          Die Deutsche Bank und die Kirch-Erben hatten bereits mehrere Anläufe unternommen, einen Schlussstrich unter den Konflikt zu ziehen, aber sie waren oft im letzten Moment gescheitert. Die Kirch-Familie macht die Bank und den damaligen Vorstandschef Rolf Breuer für die Pleite des Medienimperiums verantwortlich und fordert Schadensersatz in Milliardenhöhe.

          Anshu Jain will Frieden

          Ursprung des zähen Konflikts war eine Äußerung Breuers in einem Fernsehinterview Anfang Februar 2002. Angesprochen auf Kirchs Kreditwürdigkeit hatte Breuer der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt: „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

          Aus Sicht von Kirch lieferten Breuer und die Bank, zu deren Kunden Kirch zählte, damit den Auslöser für den Zusammenbruch des verschachtelten und hoch verschuldeten Medienimperiums, zudem unter anderem der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 und der Bezahlsender Premiere gehörte. Zeitlebens hatte Kirch den damaligen Deutsche-Bank-Chef für den Zusammenbruch seines Medienkonzerns verantwortlich gemacht.

          Die Deutsche Bank steht in der Sache unter besonderem Druck, weil sie kurz vor Weihnachten 2012 prinzipiell bereits zu Schadenersatz verurteilt worden ist. Ein Gutachter soll aber seither klären, ob Breuer durch seine Äußerung überhaupt noch einen konkreten Schaden verursacht hat oder ob Kirch nicht ohnehin schon hoffnungslos pleite war.

          Im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite wirft die Staatsanwaltschaft Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, dessen Vorgänger Josef Ackermann und weiteren ehemaligen Vorständen des Geldhauses vor, vor Gericht die Unwahrheit gesagt zu haben. Sie ermittelt deshalb wegen Prozessbetrugs.

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