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Eingeschneite Urlauber : Wenig Chancen auf Entschädigung

An- und Abreise nur noch per Helikopter: Schneechaos im Vorarlberg Bild: dapd

In Österreich sind weite Teile der Bundesländer Vorarlberg und Tirol regelrecht in weißen Massen versunken. Wer deswegen nicht zurückreisen kann, hat wenig Chancen auf Entschädigung.

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          Mit dem Schnee ist es ein unsicheres Geschäft. Mal kommt er während des gesamten Winterurlaubs nicht, mal fällt mehr Weiß vom Himmel, als vielen lieb ist. In Österreich sind in den vergangenen Tagen weite Teile der Bundesländer Vorarlberg und Tirol regelrecht in weißen Massen versunken. Binnen weniger Tage ist mancherorts mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. Straßen sind gesperrt, Bahnstrecken unterbrochen, Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Am Wochenende steckten Tausende Urlauber fest und konnten nicht wie geplant die Heimreise antreten.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mittlerweile sind die wichtigsten Verbindungen wieder frei. Doch wer es nicht rechtzeitig nach den Ferien wieder ins Büro schaffte und obendrein Geld für zusätzliche Hotelübernachtungen zahlen musste, darf sich kaum Hoffnung auf eine Entschädigung machen. Ohnehin bucht Schätzungen zufolge nur etwa jeder zehnte Skiurlauber seine Reise mit einem der etablierten Veranstalter. Die meisten der mehr als 5 Millionen Deutschen, die einen Winterurlaub im Nachbarland Österreich verbringen, wenden sich direkt an den Vermieter ihrer Wahl. Bei den Reisekonzernen wie TUI, Thomas Cook oder Rewe-Touristik sind deshalb bislang kaum Klagen von im Schnee stecken gebliebenen Urlaubern eingegangen. Doch auch wer seine Unterkunft aus einem Veranstalterkatalog gewählt hat, muss die Folgen des Schneetreibens wohl selbst tragen.

          Österreich ist „ein klassisches Eigenanreiseland“, teilt der Reiseveranstalter TUI mit. Das heißt: Wer mit dem Auto oder mit der Bahn dorthin fährt, hat anders als für den Mallorca-Trip kein Paket aus Flug, Transfer und Hotel - also keine klassische Pauschalreise - gebucht, mit der mehr Rechte für den Reisenden verbunden wären. „Bei Eigenanreiseangeboten ist die Rückreise Sache des Gastes“, erklärt eine Sprecherin des Konkurrenten Thomas Cook. „Der Reisevertrag ist mit Ablauf der letzten gebuchten Nacht vom Veranstalter erfüllt.“ Soweit die Rechtslage. Im Schnee versinken lassen wollen die Veranstalter ihre Kunden dennoch nicht. „Obwohl An- und Abreise in der Verantwortung des Kunden liegen, bedeutet das nicht, dass man sich nicht um das Wohl der Gäste bemüht“, sagt ein Rewe-Sprecher.

          Schneegarantie von TUI

          Falls ein Flug für die Rückreise gebucht war, bleibt Urlaubern, sich an die Fluggesellschaft zu wenden. Für stark verspätete oder ausgefallene Flüge sind auf Kurzstrecken Ausgleichszahlungen von 250 Euro möglich. Reiserechtler verweisen aber darauf, dass dafür nicht allein starker Schneefall genügt. Es müsse auch ein „organisatorisches Verschulden“ erkennbar sein, beispielsweise wenn das Enteisungsmittel für die Tragflächen fehle.

          Viel Schnee dürften den Veranstaltern indes lieber sein, als grau-grüne Berghänge. TUI bietet seinen Kunden eine Schneegarantie an. Fehlt das winterliche Weiß, darf kostenfrei umgebucht werden. Zuletzt hat diese Zusage den Konzern wohl nichts gekostet. Auch deutsche Wintersportgebiete sind mittlerweile verschneit, selbst auf dem Wurmberg im Harz sind bei einer 20 Zentimeter dicken Schneedecke alle Lifte geöffnet.

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