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Ulrike Malmendier Bild: Ed Caldwell/Haas School of Business

Politikberatung : „Eine patriotische Mission“

Ulrike Malmendier ist die erfolgreichste deutsche Ökonomin in Amerika. Im Interview erklärt sie, warum sie als „Wirtschaftsweise“ im Sachverständigenrat in ihre Heimat zurückkehrt – und warum krawallige Debatten auf Twitter nicht ihr Ding sind.

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          Frau Prof. Malmendier, Olaf Scholz hat Ökonomen kürzlich abgekanzelt, Ifo-Forscher Andreas Peichl hat „keinen Bock mehr“ auf die Beratung dieser Politik. Warum werden Sie ausgerechnet jetzt Politikberaterin in Deutschland?

          Das hätte ich meinen Klon vor ein paar Wochen auch gefragt. Aber ich habe seitdem viele Gespräche geführt, und gerade die aktuelle Situation in Deutschland ist der Grund, es zu machen.

          Inwiefern?

          Traditionell waren Spitzenforschung und Politikberatung in Deutschland getrennte Welten. In Amerika und anderen Ländern ist das anders. Akademische Stars gehen ohne Zögern für ein paar Jahre nach Washington, wenn die Regierung ruft. Inzwischen tut sich aber auch in Deutschland etwas. Andreas Peichl hat ja auch gesagt, dass in den Ministerien das Interesse sehr groß und die Zusammenarbeit gut ist. Das habe ich jetzt auch in vielen Gesprächen mit Ministerien und Kanzleramt gespürt. Da rennen wir offene Türen ein. Ich sehe im Moment die Riesenchance, dass wir Ökonomen uns, hoffentlich zum Wohle unseres Landes, besser in die Politikberatung einbringen können.





          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Klingt nach einer patriotischen Mission.

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