https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eine-gute-nachricht-bei-steigenden-gaspreisen-18471519.html

Energiedebatte : Eine gute Nachricht bei steigenden Gaspreisen

  • -Aktualisiert am

Bild: $image.photoCredit

Warum zu erwartende Produktionsausfälle weit weniger schlimm sind als zunächst befürchtet. Eine Erwiderung auf die Kritik an unserer Studie für die Wirtschaftsweisen.

          3 Min.

          Die deutsche Industrie verbraucht einen Großteil ihres Erdgases zur Herstellung einer kleinen Minderheit von Produkten. Genauer: Mit 90 Prozent des gesamten Gasbedarfs werden gerade einmal 300 Produkte erzeugt. Das ist ein Kernbefund einer neuen Studie zu den Folgen der steigenden Gaspreise für die hiesige Industrie. Die Kurzexpertise für den Sachverständigenrat der „Wirtschaftsweisen“ habe ich gemeinsam mit meinem IWH-Kollegen Matthias Mertens verfasst. In der aktuellen Krise haben wir damit großes Interesse ausgelöst in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Doch hat uns die Analyse auch viel Kritik eingebracht. Was ist davon zu halten?

          Die Gaspreise in Deutschland liegen derzeit sehr weit über den Preisen, die wichtige Wettbewerber zum Beispiel in den USA zahlen. Unsere Studie befasst sich mit gasintensiven Industrieprodukten aus Deutschland. Wir untersuchen zunächst, wie viel Gas deutsche Unternehmen für die Herstellung verbrauchen, welche Umsätze sie mit den Produkten erzielen und wie groß die internationalen Handelsströme für diese Produkte sind. Wir diskutieren dann, wie sich der hohe Gaspreis auf die Nachfrage nach gasintensiven Produkten aus Deutschland auswirken wird. Wir zeigen, dass viele gasintensive Produkte grundsätzlich importiert werden können. Unsere Logik ist sehr einfach: Je mehr Gas pro Euro Umsatz für die Herstellung eines Produkts verbraucht wird und je einfacher diese Produkte aus dem Ausland importiert werden können, umso deutlicher wird in einer Marktwirtschaft die heimische Produktion dieser Güter sinken. Nachgelagerte Produktionsstufen könnten ihren Bedarf an gasintensiv erzeugten Vorprodukten dann durch Importe decken. Im Extremfall würden Güter, die sowohl gasintensiv als auch leicht zu importieren sind, gar nicht mehr in Deutschland produziert. Nach unserer Berechnung würde dann die gesamte deutsche Industrie 26 Prozent weniger Gas verbrauchen, aber nur 3 Prozent ihres Umsatzes verlieren. Dass die Produktion in der gasintensiven Chemieindustrie besonders stark gesunken ist, zeigen aktuelle Zahlen schon.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Opel Astra Sports Tourer : Talent im Schuppen

          Der Sports Tourer genannte Kombi ist ein Auto für jedermann. Ohne Rätsel in der Bedienung, mit einem schicken Design, praktisch im Alltag. Dass es so was noch gibt.