https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eine-globalisierungsgegnerin-greift-nach-der-macht-in-rom-18291702.html

Wahl in Italien : Eine Globalisierungsgegnerin greift nach der Macht

Giorgia Meloni Bild: AFP

Die rechtsnationale Politikerin Giorgia Meloni hat gute Chancen, nach den Parlamentswahlen am 25. September Mario Draghi als Ministerpräsidenten zu beerben. Jetzt versucht sie, auch die italienischen Manager zu umgarnen.

          4 Min.

          Gegen Deutschland hat sie „eine gewisse Abneigung“. Vor vielen Jahren wurde Giorgia Meloni bei einer Uni-Prüfung auf Deutsch nach Thomas Manns „Tod in Venedig“ befragt. „Manchmal frage ich mich, ob die gewisse Aversion, die ich gegen Deutschland habe, daher rührt“, steht in der Autobiographie mit dem Titel „Io sono Giorgia“, die im vergangenen Jahr erschien.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Giorgia Meloni ist die aussichtsreichste Kandidatin für den Posten des italienischen Ministerpräsidenten. Am 25. September wählt Italien ein neues Parlament und bestimmt damit die Nachfolge der Regierung von Mario Draghi. Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr will sich die rechtsnationale Politikerin, die zu ihrem Unmut von ausländischen Beobachtern auch als „postfaschistisch“ bezeichnet wird, moderat und versöhnlich geben. Auf einem Wirtschaftsforum am Comer See, das mit Managern und italienischen wie internationalen Politikern gut besetzt war, stellte sie Steuersenkungen und Entbürokratisierung in Aussicht. Zudem kritisierte sie die Globalisierung scharf, was in Wirtschaftskreisen teilweise auch gut ankommt, denn sie erhoffen sich weniger Konkurrenz.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Kriminelle Familie? Beim Arbeitsessen von Präsident Putin und seinem amerikanischen Amtskollegen George W. Bush macht der vorbestrafte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin (rechts stehend), Gründer der Wagner-Privatarmee und einer Internet-Trollfabrik, die Honneurs.

          Putins Kriegsmotive : Ein Krimineller im Politiker-Kostüm

          Was ist, wenn etwas ganz anderes dahintersteckt? Ein französisches Magazin will den wahren Hintergründen für Putins Ukrainekrieg auf die Spur gekommen sein.

          Deutsches WM-Aus : Der nächste Untergang

          Bei der WM in Qatar erlebt der deutsche Fußball die nächste brutale Selbsttäuschung. 18 Monate vor der Heim-EM blickt er in einen tiefen Abgrund. Das Spiel gegen Costa Rica ist lange erschütternd – und ein Spiegel der vergangenen Jahre.

          DFB-Spieler in der Einzelkritik : Ein Lichtblick beim scheppernden WM-Aus

          Ein 19-Jähriger kann die Last der deutschen Fußballwelt nicht alleine schultern. Dennoch bleibt Jamal Musiala ein Hoffnungsschimmer beim Aus in Qatar. Auch Thomas Müller läuft – und doch läuft nichts beim Weltmeister von 2014.