https://www.faz.net/-gqe-8kmtt

Kommentar : Sozialfall VW

  • -Aktualisiert am

VW hat im Zuge des Streits mit seinem Zulieferer Kurzarbeit angemeldet. Für einen Teil des Lohnausfalls springt damit wohl die Arbeitsagentur ein. Der Griff in die Sozialkasse scheint den Autobauer aber nicht sonderlich zu kümmern.

          1 Min.

          Ist ein Rechtsstreit zwischen einem Unternehmen und seinem Zulieferer ein unabwendbares Ereignis? Volkswagen scheint diese Frage eindeutig zu bejahen, sonst würde der Konzern nicht versuchen, die Lasten des Streits ungeniert der Arbeitslosenversicherung aufzubürden.

          VW hat jedenfalls Kurzarbeit angemeldet, einen Teil des von den Streithanseln verursachten Lohnausfalls übernimmt damit vermutlich die Bundesagentur für Arbeit aus dem Geld der Beitragszahler. Bislang hat sie den Anspruch nicht öffentlich in Zweifel gezogen, obwohl das naheliegt.

          Schließlich darf Kurzarbeitergeld nur dann gewährt werden, wenn der Arbeitsausfall konjunkturell bedingt ist oder auf einem „unabwendbaren Ereignis“ beruht. Doch zu einem Streit gehören bekanntlich mindestens zwei – und die scheinen es in diesem Fall nicht einmal sonderlich eilig zu haben, zu einer Lösung zu kommen, mit der sich der dreiste Griff in die Sozialkassen vermeiden ließe.

          Bei Volkswagen weiß man schon lange, wie man sich den Staat am besten zunutze macht. Die Auseinandersetzung ist aber auch über VW hinaus ein gutes Beispiel für die falschen Anreize, die ein zu üppig ausgebauter Sozialstaat bietet.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Renault schockt die Börse

          Prognose gekappt : Renault schockt die Börse

          Renault hat seine Umsatz- und Gewinnziele gekürzt. Die schwächelnde Autonachfrage trifft den französischen Autokonzern stärker als bislang gedacht. Der Aktienkurs verlor bis zu 14 Prozent.

          Topmeldungen

          Deal mit Amerika : Ein Erfolg für Erdogan

          Die Verhandlungen des türkischen Staatspräsidenten mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence führen zu einer fünf Tage langen Waffenruhe. Wie hoch ist der Preis? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.