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Ehemaliges Straßenkind Luna : „Ohne meine Prinzessin wäre ich heute tot“

  • -Aktualisiert am

Luna mit Kinderwagen und ihrem Baby an ihrer alten Schlafstelle Bild: Jens Gyarmaty

Ein Missbrauch machte sie zum Straßenkind. Unter der Oberbaumbrücke fand sie einen Schlafplatz. Ihr Baby rettete ihr Leben, sagt sie. An einem Spätsommertag in Berlin erzählt Luna ihre Geschichte.

          8 Min.

          Oberbaumbrücke zwischen Kreuzberg und Friedrichshain: Oben donnert die U1, ringsherum hupende Autos, Polizeisirenen heulen, von der Spree tönt ein Schiff. Der Berliner Osten ist aus dem Lockdown-Schlaf erwacht, Anfang September wärmt die Sonne die Brückentürme und die heiteren Touristen auf dem Doppeldeckerbus, der aus der Warschauer Straße biegt.

          Niemand nimmt Notiz von Luna. Als die zwanzig Jahre junge Frau in den Schatten der Brücke tritt, ihre Hände fest den Kinderwagen umklammern, weht ihr Wind entgegen. „Hier lagen Matratzen, auf denen haben wir geschlafen.“ Sie weist auf grauen Asphalt und muss fast schreien, um den Verkehrslärm zu übertönen. Konzertplakate hängen an der orangenen Backsteinmauer. „Davor stand ein Tisch“, sagt sie schnell, „und außen rum ein Riesenhaufen Müll!“

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