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Geldwäsche : Ehemalige Geschäftsführer von Mainzer Privatbank in Haft

Die Privatbank sitzt in den Bonifatiustürmen im Bahnhofsviertel von Mainz. Bild: dpa

Die Erstattung einer Quellsteuer, die niemals abgeführt wurde: Vieles in dem Steuerskandal aus Dänemark erinnert an die „Cum-Ex“-Tricksereien. Wieder stehen Fonds und Broker unter Verdacht – die Spur führt auch nach Mainz.

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          Deutsche Ermittler unterstützen Dänemark in der Aufklärung eines Steuerskandals, der stark an „Cum-Ex“ erinnert. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte, hat es in den Ermittlungen gegen die ehemalige Geschäftsführung einer Mainzer Privatbank in dieser Woche Festnahmen gegeben.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nachdem das Amtsgericht Koblenz Haftbefehle wegen Fluchtgefahr erlassen hatte, griffen Beamte des Bundeskriminalamtes zu. Die beiden ehemalige Geschäftsführer sitzen in Untersuchungshaft, ihnen und fünf weiteren Beschuldigten wird Geldwäsche vorgeworfen.

          In Dänemark laufen Ermittlungen gegen eine international operierende Gruppe wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs. Die Verdächtigen sollen dem dänischen Fiskus vorgetäuscht haben, Aktien gekauft und am Dividendenstichtag Dividenden erhalten zu haben, von denen die Finanzbehörden eine Quellensteuer einbehalten hätten.

          Fiskus erstattete Milliarden

          Tatsächlich wurden die Aktiengeschäfte nicht durchgeführt und keine Quellensteuer abgeführt. Anschließend machten die Pensionsfonds auf Grundlage eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Dänemark und den Vereinigten Staaten  einen Anspruch auf Rückerstattung der Quellsteuer geltend. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Koblenz erlitt der dänische Fiskus durch die Rückerstattungen in den Jahren von 2012 bis 2015 einen Schaden in Höhe eines “kleinen einstelligen“ Milliardenbetrags in Euro. 

          Die Mainzer Bank soll die Gelder auf ihren Konten angenommen und weitergegeben haben. Nach Informationen der F.A.Z. handelt es sich um die North Channel Bank. Bis zum Redaktionsschluss reagierte die Bank nicht auf eine Anfrage. Über den Fall hatte im vergangenen September zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

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