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Ehemalige Fed-Chefin sagt : Trump hat keinen Schimmer von Geldpolitik

Die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen (l) und der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: AFP

Die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen glaubt sogar, der amerikanische Präsident kenne nicht einmal die grundlegendsten Ziele der Fed.

          Donald Trump weiß nicht, was die Fed eigentlich macht, sagt Janet Yellen, die frühere Chefin der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Die 72 Jahre alte Yellen glaubt nicht, dass der amerikanische Präsident eine Vorstellung von Wirtschaftspolitik generell und den Aufgaben der Notenbank im Speziellen hat. In einem Radiointerview antwortete sie auf die Frage, ob sie meine, dass Trump ein Grundverständnis für makroökonomische Politik mitbringe: „Nein, das tue ich nicht.“ Auf Nachfrage führte sie aus: „Ich glaube, er wäre sogar unfähig anzugeben, dass die Fed die Ziele Preisstabilität und maximale Beschäftigung verfolgt.“

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Yellen war bis Anfang Februar 2018 Chefin der Fed. Trump hatte ihre Dienstzeit gegen ihren Wunsch nicht verlängert und statt dessen Jerome Powell an der Spitze installiert. Die Ökonomin ist jetzt Forscherin in der Denkfabrik Brookings. Bisher hatte sie sich Kritik an Trump gespart. Sie vermutet, Trump kenne die Ziele der Fed nicht, weil er behauptet habe, die Zentralbank habe die Aufgabe den Wechselkurs zu beeinflussen, um seine Handelspolitik zu stützen. Solche Aussagen zeigten ihr ein Mangel an Verständnis über den Einfluss, den die Fed auf die Wirtschaft hat und welches ihre Ziele seien.

          Yellen übte auch Kritik an Trumps Handelspolitik. Sie verursache Unsicherheit und könne der amerikanische Wirtschaft schaden. Ein positives Ergebnis bleibe aber möglich, wenn die Verhandlungen dem Ziel dienten, die Handelsbarrieren zu vermindern. Es bleibe aber für sie ein großes Fragezeichen, weil sie kontinuierlich vom Präsidenten und einigen seiner Berater höre, sie wollten bilaterale Handelsbilanzdefizite beseitigen, sagte Yellen. Jeder Volkswirt würde sagen, dass bilaterale Handelsbilanzdefizite keine reale Bedeutung haben und dass sie sich deshalb als Ziel der Politik nicht eigneten.

          Trumps Attacken gegen die Zentralbank und ihren Nachfolger Powell haben nach ihrer Einschätzung keinen großen Einfluss gehabt: Die Beendung des geldpolitischen Normalisierungsprozesses sei durch die ökonomischen Daten gerechtfertigt – der Wirtschaft gehe es gut, maximale Beschäftigung und Preisstabilität seien annähernd erreicht.

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