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F.A.Z. exklusiv : Easyjet beklagt Protektionismus in deutschen Klimaplänen

Auf der Strecke zwischen Frankfurt und Berlin hat Lufthansa Konkurrenz durch Easyjet. Bild: dpa

Der britische Billigflieger ist größter Fluganbieter in Berlin. In Plänen für eine höhere Ticketsteuer sieht Easyjet den Versuch, Konkurrenten zu schützen. Damit dürfte Lufthansa gemeint sein.

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          Orange statt rot – am Flughafen Berlin-Tegel hat die Air-Berlin-Insolvenz zu einem Farbwechsel geführt. Dort hat der Billigflieger Easyjet Lücken gefüllt. In der deutschen Hauptstadt sind die Briten zum Marktführer aufgestiegen. In den deutschen Klimaschutz- und Steuererhöhungsplänen sieht die Gesellschaft nun aber weniger einen Angriff auf die Luftfahrt als eine Attacke auf ihr eigenes Geschäft. „Die Pläne sind für mich eher Protektionismus, um bestimmte Geschäftsmodelle einiger Fluggesellschaften zu verteidigen. Für die Verringerung der CO2-Emissionen helfen sie nicht“, sagt Easyjet-Europachef Thomas Haagensen im Gespräch mit der F.A.Z.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die CDU hat sich vor der Vorlage der Klimapläne des Bundes für eine Verdoppelung der Luftverkehrsteuer auf Inlandsflüge von 7,38 Euro auf 14,76 Euro je Ticket ausgesprochen. Reisende, die in Deutschland vom Inlandsflug auf eine Langstrecke umsteigen, würde dieser erhöhte Satz nicht treffen, vor allem Lufthansa befördert diese Umsteiger. „Die Pläne ergeben Sinn, wenn man Anbieter mit Drehkreuzen im Inland verschonen möchte. Aber wer verbindet Berlin mit Europa? Das sind doch wir. Das zeigt auch, dass die Branche unterschiedliche Geschäftsmodelle braucht“, sagt Haagensen. Easyjet stellt an den Flughäfen Tegel und Schönefeld ein Drittel des Angebots mit Direktflügen von Oslo über Frankfurt bis Mallorca und ist zweitgrößter Anbieter für innerdeutschen Flügen. Für Lufthansa haben Zubringerflüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München große Bedeutung.

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