https://www.faz.net/-gqe-abl0u

E-Motorräder : Harley Davidson gründet Elektromarke

Ohne Auspuff: Elektrisches Harley-Modell Bild: Harley Davidson

Bislang steht Harley Davidson für den röchelnden Sound seiner Verbrennungsmotoren. Mit der neuen Elektro-Marke will der traditionsreiche Hersteller seinen Führungsanspruch auf dem Feld der elektrischen Zweiräder untermauern.

          2 Min.

          Die Zukunft des amerikanischen Motorradherstellers Harley Davidson mag mit der Geschichte des Unternehmens brechen, markige Werbesprüche wird es aber wohl weiter geben. Das zeigt der Slogan, mit dem ein deutscher Harley-Davidson-Händler im Internet das erste Elektromotorrad des amerikanischen Traditionsunternehmens bewirbt. „Das Lauteste, was Du hören wirst, ist Dein Herzrasen“, heißt es auf einer Internetseite über das E-Modell LiveWire. Ein galoppierendes Herz statt eines röhrenden Auspuffs – das fällt wohl in die Kategorie aus der Not eine Tugend machen.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nicht nur Händler stellen sich darauf ein, dass Harley Davidson künftig mehr elektrisch angetriebene Motorräder verkaufen wird. Auch das Unternehmen selbst geht auf diesem Weg nun den nächsten Schritt und gründet eine eigenständige Marke für Elektromotorräder, die heißt wie das erste Harley-Modell ohne Verbrennungsmotor: LiveWire, was sich aus dem Englischen mit „Energiebündel“ übersetzen lässt. Wie Harley Davidson am Montagabend ankündigte, soll die neue Marke den Führungsanspruch von Harley Davidson auf dem Feld der elektrischen Zweiräder untermauern. „Wir ergreifen die Gelegenheit, den Markt anzuführen und zu definieren“, ließ sich der deutsche Harley-Chef Jochen Zeitz in einer Mitteilung zitieren.

          Neue Technik soll auch Harley zugutekommen

          Gleichzeitig sei geplant, Innovationen und technische Entwicklungen von LiveWire auch in künftige elektrische Motorräder der Muttergesellschaft einfließen zu lassen. Was den Vertrieb der neuen Marke angeht, setzt Harley einerseits auf das etablierte Händlernetz. Andererseits sollen auch eigene Ausstellungsräume entstehen, der erste davon im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien, dessen Bürger als besonders empfänglich für Elektromobilität gelten. Das erste Motorrad der eigenständigen Marke soll den Angaben zufolge Anfang Juli vorgestellt werden.

          Im Februar hatte Harley Davidson angekündigt, eine eigenständige Einheit für Elektromotorräder gründen zu wollen. Unter Anlegern kamen die nun präsentierten Pläne derweil nicht gut an. Der Kurs der Harley-Davidson-Aktie verlor am Montag zum Handelsschluss gut 3 Prozent auf rund 48 Dollar. Der Motorradhersteller hatte vor rund zwei Jahren begonnen, gemeinsam mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic sein erstes E-Motorrad zu produzieren. Das LiveWire kostet in Deutschland in der Einstiegsversion rund 33.000 Euro und ist damit rund doppelt so teuer wie andere Modelle der Marke. Wie viele Livewire-Maschinen Harley bisher verkauft hat, legt das Unternehmen nicht offen. Allzu viele dürften es aber nicht sein.

          Überschaubarer Markt

          Der Markt für elektrische Motorräder steckt im Vergleich zum Markt für E-Autos noch in den Kinderschuhen. Offizielle Angaben dazu, wie viele E-Motorräder in Deutschland unterwegs sind, gibt es nicht. Zum 1. Januar 2020 belief sich der Bestand der zweirädrigen Kraftfahrzeuge in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt aber auf rund 4,4 Millionen Stück. Lediglich rund 20.000 Krafträder oder 0,4 Prozent davon gehörten zur Hubraum-Kategorie „unbekannt“, in die auch Motorräder mit Elektroantrieb fallen. Details zum Bestand Anfang dieses Jahres will das Bundesamt voraussichtlich im August veröffentlichen.

          Weitere Themen

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.