https://www.faz.net/-gqe-7wb9s

E-Book-Streit : Amazon schließt Frieden mit Buchverlag Hachette

Amazon-Logistikzentrum in Arizona Bild: AP

Amazon wollte vom Buchverlag Hachette bessere Konditionen beim Vertrieb digitaler Bücher herausholen. Der Streit ging über Monate. Dabei schreckte Amazon auch vor rabiaten Methoden nicht zurück. Jetzt haben beide Seiten ihren Streit beigelegt.

          Der spektakuläre Vertragsdisput zwischen dem Online-Händler Amazon.com und dem Buchverlag Hachette ist vorbei: Die beiden Unternehmen kündigten am Donnerstag eine Einigung in ihrem Streit an, der die ganze Branche seit Monaten in Atem gehalten hat. In der Auseinandersetzung hatte Amazon versucht, bessere Konditionen beim Vertrieb digitaler Bücher herauszuholen und zu rabiaten Methoden gegriffen, um Hachette unter Druck zu setzen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          So verkaufte Amazon Bücher von Hachette nicht mit sonst üblichen Preisnachlässen und lieferte sie erst mit Verzögerung aus, außerdem konnten manche Neuerscheinungen nicht vorbestellt werden. Nun teilten die Unternehmen mit, sie würden ab sofort wieder „normalen Handel“ aufnehmen, und Hachette-Bücher würden nun wieder prominent bei Amazon vermarktet.

          Die Vereinbarung mit Hachette kommt, nachdem Amazon schon mit einigen anderen Verlagen Frieden geschlossen hatte, die mit ähnlichen Druckmitteln konfrontiert wurden wie Hachette. So einigte sich Amazon vor wenigen Wochen mit der deutschen Tochtergesellschaft der schwedischen Bonnier-Gruppe, zu der Verlage wie Ullstein, Piper und Carlsen gehören. Auch mit dem bekannten amerikanischen Buchverlag Simon & Schuster verständigte sich Amazon auf einen neuen Vertrag.

          Zu den Details ihrer Vereinbarung hielten sich Amazon und Hachette am Donnerstag Abend noch bedeckt. Es hieß lediglich, beiden Seiten hätten einen auf mehrere Jahre angelegten Vertrag geschlossen, der sowohl gedruckte als auch elektronische Bücher umfasse. Amazon habe Hachette die Verantwortung dafür überlassen, die Verkaufspreise für elektronische Bücher festzusetzen. Die Übereinkunft sehe jedoch „spezifische finanzielle Anreize“ für Hachette vor, um Bücher zu niedrigeren Preisen anzubieten. Der neue Vertrag soll Anfang nächsten Jahres wirksam werden. Der Kurs der Amazon-Aktie legte daraufhin 1,5 Prozent auf 316 Dollar zu.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          China beklagt sich über Twitter-Sperrungen

          Proteste in Hongkong : China beklagt sich über Twitter-Sperrungen

          „Die Leute urteilen selbst darüber, was die Wahrheit ist“, findet Chinas Regierung und kritisiert die Sperrung von Twitter- und Facebook-Konten. Man müsse sich fragen, warum die offizielle Darstellung Chinas falsch sein solle.

          Topmeldungen

          SPD-Vorsitz : Scholz will im Duo mit Klara Geywitz antreten

          Vizekanzler Olaf Scholz hat eine Frau für die Kandidatur zum SPD-Vorsitz gefunden: die wenig bekannte Klara Geywitz aus Brandenburg. Generalsekretär Klingbeil und Niedersachsens Ministerpräsident Weil wollen nicht antreten.

          Rentenangleichung : Das Märchen von der Armut

          Bald werden die Renten im Osten denen im Westen gleichgestellt sein. Manchen gilt das als Vollendung der deutschen Einheit. Es hat aber auch seine Tücken.
          Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender der Großbank JPMorgan Chase, ist auch Vorsitzender des „Business Roundtable“.

          Erklärung : Amerikas Unternehmenslenker rufen zur Nachhaltigkeit auf

          Eine der wichtigsten Interessengruppen amerikanischer Unternehmen trägt in einer Erklärung die Orientierung am „Shareholder Value“ zu Grabe. Nicht nur das Wohl der Anteilseigner, sondern das der ganzen Gesellschaft soll künftig zählen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.