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E-Book-Streit : Amazon schließt Frieden mit Buchverlag Hachette

Amazon-Logistikzentrum in Arizona Bild: AP

Amazon wollte vom Buchverlag Hachette bessere Konditionen beim Vertrieb digitaler Bücher herausholen. Der Streit ging über Monate. Dabei schreckte Amazon auch vor rabiaten Methoden nicht zurück. Jetzt haben beide Seiten ihren Streit beigelegt.

          Der spektakuläre Vertragsdisput zwischen dem Online-Händler Amazon.com und dem Buchverlag Hachette ist vorbei: Die beiden Unternehmen kündigten am Donnerstag eine Einigung in ihrem Streit an, der die ganze Branche seit Monaten in Atem gehalten hat. In der Auseinandersetzung hatte Amazon versucht, bessere Konditionen beim Vertrieb digitaler Bücher herauszuholen und zu rabiaten Methoden gegriffen, um Hachette unter Druck zu setzen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          So verkaufte Amazon Bücher von Hachette nicht mit sonst üblichen Preisnachlässen und lieferte sie erst mit Verzögerung aus, außerdem konnten manche Neuerscheinungen nicht vorbestellt werden. Nun teilten die Unternehmen mit, sie würden ab sofort wieder „normalen Handel“ aufnehmen, und Hachette-Bücher würden nun wieder prominent bei Amazon vermarktet.

          Die Vereinbarung mit Hachette kommt, nachdem Amazon schon mit einigen anderen Verlagen Frieden geschlossen hatte, die mit ähnlichen Druckmitteln konfrontiert wurden wie Hachette. So einigte sich Amazon vor wenigen Wochen mit der deutschen Tochtergesellschaft der schwedischen Bonnier-Gruppe, zu der Verlage wie Ullstein, Piper und Carlsen gehören. Auch mit dem bekannten amerikanischen Buchverlag Simon & Schuster verständigte sich Amazon auf einen neuen Vertrag.

          Zu den Details ihrer Vereinbarung hielten sich Amazon und Hachette am Donnerstag Abend noch bedeckt. Es hieß lediglich, beiden Seiten hätten einen auf mehrere Jahre angelegten Vertrag geschlossen, der sowohl gedruckte als auch elektronische Bücher umfasse. Amazon habe Hachette die Verantwortung dafür überlassen, die Verkaufspreise für elektronische Bücher festzusetzen. Die Übereinkunft sehe jedoch „spezifische finanzielle Anreize“ für Hachette vor, um Bücher zu niedrigeren Preisen anzubieten. Der neue Vertrag soll Anfang nächsten Jahres wirksam werden. Der Kurs der Amazon-Aktie legte daraufhin 1,5 Prozent auf 316 Dollar zu.

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