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Gaskrise : Hilfe, es wird kalt!

Der wahre Stresstest kommt im Winter: Blick auf die Stralauer Halbinsel in Berlin. Bild: Picture Alliance

Durch Nord Stream 1 fließt wieder Gas. Ein Grund zur Entwarnung ist das nicht. Sind wir auf den Winter gut vorbereitet?

          6 Min.

          Seit Donnerstag fließt wieder Gas, ein bisschen, und es fragt sich, wie lange. „Es gibt keine Verlässlichkeit“, das ist der Satz, den man in diesen Tagen am häufigsten hört, in Berliner Regierungskreisen, bei den zuständigen Behörden, in der Industrie. Dass der russische Präsident Wladimir Putin nach dem Ende der Wartungsarbeiten an der Pipeline wieder Gas in Richtung Westen schickt, wenn auch nur 40 Prozent der Kapazität, das gilt eher als Teil eines perfiden Plans: So kann er das Katz-und-Maus-Spiel weiter betreiben, Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung schüren. Putin werde im Oktober mit dem Beginn der Heizsaison das Gas abdrehen, fürchtet etwa der Chef eines führenden deutschen Industriekonzerns: „Dann gibt es Kleinholz in der deutschen Wirtschaft.“

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Umso wichtiger ist die Frage, ob das Land gut vorbereitet ist auf alles, was kommen könnte, ob seine Unternehmer und Politiker die zurückliegenden Wochen und Monate ausreichend genutzt haben. „You’ll never walk alone“, sagte Kanzler Olaf Scholz in einer Pressekonferenz am Freitag gleich zweimal, die Regierung werde niemanden alleinlassen. Da hatte er gerade die teure Teilverstaatlichung des Gasversorgers Uniper bekannt gegeben.

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