https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/duerre-und-maisanbau-naturschuetzer-fordern-andere-nutzung-der-felder-18216835.html

Folgen der Trockenheit : Kulturkampf um den Mais

Streitobjekt Mais Bild: Michael Braunschädel

Naturschützer fordern, die Ackerflächen in Deutschland anders zu nutzen. Doch die Landwirte wollen am Mais festhalten.

          3 Min.

          Er stammt ursprünglich aus Mexiko, zählt zur Familie der Süßgräser und wird bei guten Witterungsbedingungen bis zu drei Meter hoch: Der Mais ist aus der deutschen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken. In den Sechzigerjahren wurde in Deutschland noch auf einer Fläche von weniger als 100.000 Hektar Mais angebaut, inzwischen ist er die zweitwichtigste Ackerkultur. Auf 2,65 Millionen Hektar wuchs im vergangenen Jahr hierzulande Mais, das entspricht fast einem Viertel der Ackerbaufläche. Damit liegt der Mais knapp hinter der deutschen Nummer eins, dem Weizen. Dieser wurde zuletzt auf einer Fläche von 2,86 Millionen Hektar angepflanzt.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lobt den Mais in den höchsten Tönen. „Eine nahezu perfekte Kultur“ sei der, „vielseitig nutzbar, liefert überdurchschnittliche Erträge, viel Energie und lässt sich aufgrund intensiver Züchtung auch in ungünstigen, kühleren Lagen sicher anbauen“, schreibt die Behörde. Naturschützer haben einen anderen Blick auf den Mais. Er brauche im Sommer Niederschläge, die gebe es aber kaum noch. „Ist Silomais das richtige Konzept zur Landschaftsnutzung?“, fragte der Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU, vor wenigen Tagen ins Nachrichtensommerloch hinein. Seine Antwort ist, wenig überraschend, ein ziemlich klares Nein. Das Deutsche Maiskomitee konterte mit einer Verteidigungsrede auf den Mais. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes um einen Kulturkampf.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Großbritanniens Premierministerin Liz Truss und Finanzminister Kwasi Kwarteng.

          Pfund-Schwäche : Die Tory-Hasardeure

          Es ist ein gewaltiges Chaos, das der britische Finanzminister Kwasi Kwarteng in nur einer Woche angerichtet hat. Bleibt er stur, steigt das Risiko eines Crashs in Großbritannien.