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Sanktionen wirken : Immer mehr Unternehmen stellen ihre Iran-Geschäfte ein

  • -Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter von Dürr testet einen Lackierroboter Bild: dpa

Die Wirtschaft fügt sich der Forderung der Amerikaner und verlässt Iran. Die Politik hat dagegen einen anderen Appell an die Unternehmen.

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          Angesichts der Sanktionen der Vereinigten Staaten ziehen sich immer mehr deutsche Unternehmen aus Iran zurück. Jüngstes Beispiel ist das Maschinenbauunternehmen Dürr. „Wir haben unsere Aktivitäten vorerst eingestellt“, sagte Finanzvorstand Carlo Crosetto am Wochenende der „Börsen-Zeitung“. Das Geschäftsvolumen in Iran bezeichnet bezeichnete er angesichts von zuletzt zwei Großaufträgen als „nicht kriegsentscheidend, aber eben auch nicht wenig“.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Zuvor war bekanntgeworden, dass sich der Tunnelbohrmaschinenhersteller Herrenknecht aus dem Land zurückzieht und dabei auf einen 20-Millionen-Euro-Auftrag verzichtet. Herrenknecht wollte eine Maschine für den Bau eines Autotunnels liefern. Der Vertrag lag nach den Worten von Vorstandschef Martin Herrenknecht unterschriftsreif vor. Doch das Risiko, auf einer schwarzen Liste der Amerikaner zu landen, wollte das Unternehmen nicht eingehen. Auch der Autohersteller Daimler, der Rückversicherer Munich Re und der Sportartikelhersteller Adidas beugen sich der Forderung aus Washington, ihre Aktivitäten in Iran einzustellen.

          China profitiert vom Rückzug aus dem Iran

          Nutznießer des Rückzugs ist China. So soll die für den Tunnelbau in Iran benötigte Maschine laut Herrenknecht nun ein chinesischer Konkurrent liefern. Auch bei der Erschließung des größten Gasfelds der Welt nutzen die Chinesen die Gunst der Stunde: China National Petroleum wird den Teil des Projekts in Iran übernehmen, von dem zuvor der französische Energiekonzern Total Abstand genommen hatte, ebenfalls wegen der amerikanischen Sanktionen. Der Auftragswert wird auf 5 Milliarden Dollar taxiert.

          Die Vereinigten Staaten haben vergangenen Dienstag die vor drei Jahren ausgesetzten Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt. Der amerikanische Präsident Donald Trump ist der Meinung, dass sich das Land nicht an die Regeln des internationalen Atomabkommens hält. Er erwartet, dass auch die Partner Amerikas die Sanktionen befolgen. „Wer mit Iran Geschäfte macht, wird keine Geschäfte mit den Vereinigten Staaten machen“, twitterte Trump. Die EU hat zwar Vorschriften verabschiedet, die es hier ansässigen Unternehmen verbieten, die amerikanischen Sanktionen zu befolgen. Doch in der Praxis zeigt dies kaum Wirkung. Das Amerika-Geschäft ist für die meisten Unternehmen deutlich wichtiger als der Handel mit Iran. Ohnehin gibt es kaum noch Banken, die Geschäfte mit dem Land finanzieren.

          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) versucht zu retten, was zu retten ist. „Wir lassen uns aus Washington keine Handelsbeziehungen mit anderen Ländern diktieren“, sagte er in der „Bild am Sonntag“. Die Regierung suche national und in Europa nach Wegen, um die Finanzströme nach Iran offenzuhalten. „Jedes deutsche Unternehmen darf im Iran weiterhin investieren, so viel es möchte.“ Man gebe auch weiter Exportkreditgarantien. Der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Holger Bingmann, erwartet dagegen den Ausstieg vieler Firmen. „Wer versucht, weiter in den Iran zu exportieren, kann sein Amerika-Geschäft vergessen.“ Der iranische Vizepräsident Ali-Asghar Munessan sagte am Sonntag in Teheran, das Land werde jetzt verstärkt auf den Tourismus setzen. Dies schaffe eine „alternative Einnahmequelle für Devisen“.

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