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„Leute in Busse bringen“ : Französische Stadt führt kostenlosen Nahverkehr ein

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Eine Straßenbahn der Augsburger Stadtwerke. Augsburg hat angekündigt, kostenlosen Nahverkehr in der Innenstadt anzubieten. Bild: dpa

Ohne Ticket Bus fahren – darüber würden sich auch hier viele Menschen freuen. Doch deutschen Kommunen sind die Kosten zu hoch. Die Stadt Dünkirchen in Nordfrankreich macht nun den Schritt.

          Während deutsche Kommunen das Thema kostenloser öffentlicher Nahverkehr in die Zukunft schieben oder aus Kostengründen gleich ganz abschreiben, schafft die nordfranzösische Stadt Dünkirchen Fakten. Ab September ist dort der Nahverkehr gratis, wie die Stadtverwaltung am Donnerstagabend mitteilte. „Ziel ist, die Leute wieder in die Busse zu bringen“, sagte Bürgermeister Patrice Vergriete. Damit sollen die Straßen der Stadt nahe der belgischen Grenze entlastet werden.

          In Versuchen an Wochenenden sei die Bus-Nutzung um bis zu 60 Prozent gestiegen, sagte der Bürgermeister weiter. Der Ballungsraum von Dünkirchen – französisch Dunkerque – hat rund 200.000 Einwohner. Mehr als ein Dutzend französische Kommunen experimentieren schon mit kostenlosem Nahverkehr. In der Hauptstadt Paris ist die Metro in Zeiten von Smog in der Regel kostenlos.

          In Deutschland hat die Bundesregierung mit fünf „Modellstädten zur Luftreinhaltung“ eine gemeinsame Initiative gestartet und anfangs einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr angeregt. Die fünf Städte sind Mannheim, Reutlingen und Herrenberg in Baden-Württemberg sowie Bonn und Essen in Nordrhein-Westfalen. Keine der Städte plant jedoch mit vollkommen kostenlosem öffentlichen Nahverkehr mehr. Tübingen kündigte im Februar an, dass Fahrgäste an Samstagen die städtischen Busse kostenlos benutzen können. Das Projekt läuft derzeit in einer Testphase und soll nach einiger Zeit evaluiert werden.

          In den übrigen Städten sind vor allem Reduzierungen von Ticketpreisen und eine Ausweitung und Verbesserung des Angebots im Gespräch. Letztlich dürften die Entscheidungen der Kommunen davon abhängig sein, wie viel Geld der Bund wofür beisteuert.

          Unabhängig von der Bundesinitiative hat die Stadt Augsburg von sich aus angekündigt, in der Innenstadt ab kommendem Jahr Straßenbahnen und Busse kostenlos bereitzustellen. Das Angebot soll aber nur in der innersten Innenstadt gelten und eine sogenannte „City-Zone“ von acht Haltestellen umfassen. „Die Idee ist, mit dem Gratis-Nahverkehr den Parksuchverkehr einzudämmen“, erklärte die für den Nahverkehr zuständige Bürgermeisterin Eva Weber (CSU) in der „Augsburger Allgemeinen“.

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