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DSGVO-Kommentar : Reue lohnt sich

Die Datenschutzgrundverordnung verunsichert Unternehmen, Lehrer, Erzieher und Hausbesitzer. Das erste verhängte Bußgeld aber fiel nicht so hoch aus wie befürchtet. Bild: dpa

Das soziale Netzwerk Knuddels wurde mit dem ersten Bußgeld nach der neuen Datenschutz-Grundverordnung belegt. Das Geld fließt vor allem ins eigene IT-System des Unternehmens. Das ist eine gute Idee!

          In der Hysterie um die neuen europäischen Datenschutzregeln ist das einmal eine gute Nachricht: Ein Unternehmen, das schlampig mit den Passwörtern und E-Mails seiner Kunden umgeht, muss dafür ordentlich Buße tun – allerdings fließt der weitaus größte Teil der Strafe nicht in die Kassen des Staates, sondern in das eigene IT-System.

          So ergeht es nun dem sozialen Netzwerk Knuddels, das im Sommer eine peinliche Datenpanne melden musste, die auch noch von Hackern ausgenutzt werden konnte. Das hat ihm die zweifelhafte Ehre eingebracht, mit dem ersten Bußgeld der DSGVO belegt zu werden. Unter dem neuen Regime hätte das ein millionenschweres Bußgeld nach sich ziehen können, das seine Wirkung auch bei anderen Unternehmen sicherlich nicht verfehlt hätte. Auf diese Weise lässt sich leicht Angst und Schrecken verbreiten.

          Doch die braucht es nach den völlig überzogenen Horrorszenarien über drohende Konsequenzen aus dem Datenschutz nicht mehr. Die allgemeine Verunsicherung bei Unternehmen, Lehrern, Erziehern und Hausbesitzern ist kaum mehr zu überbieten. Viel sinnvoller ist es, den Ansatz zu verfolgen, den nun die Landesdatenschutzbehörde von Baden-Württemberg eingeschlagen hat: Reue lohnt sich – vor allem, wenn sie sich in einer ordentlichen Sicherheitsarchitektur niederschlägt. Wer dies erkannt hat, sollte auch beim Bußgeld milde behandelt werden.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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