https://www.faz.net/-gqe-vy56

Drittgrößte Volkswirtschaft : China soll Deutschland noch 2008 überholen

  • Aktualisiert am

Nicht nur chinesische Eier sind gefragt: Die Wirtschaft im Reich der Mitte legt kräftig zu Bild: AFP

Die chinesische Wirtschaft wächst und wächst: im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent. Das ist ein neuer Rekordwert innerhalb der vergangenen 13 Jahre. Noch 2008 dürfte das Reich der Mitte Deutschland wirtschaftlich überholen.

          1 Min.

          Die chinesische Wirtschaft ist 2007 so kräftig gewachsen wie seit gut einem Jahrzehnt nicht mehr und dürfte die deutsche wohl noch in diesem Jahr überholen. Mit 11,4 Prozent verbuchte das Bruttoinlandsprodukt im Reich der Mitte das größte Plus binnen 13 Jahren. Das gab das Nationale Statistikbüro am Donnerstag in Peking bekannt. Die Wachstumsrate liegt in China bereits seit fünf Jahren im zweistelligen Bereich. Damit könnte China schon bald den dritten Platz in der Weltwirtschaft nach den Vereinigten Staaten und Japan einnehmen und die Bundesrepublik noch in diesem Jahr von dieser Position verdrängen, wie Analysten erklärten.

          Allerdings sind die negativen Auswirkungen der überhitzten chinesischen Konjunktur kaum mehr zu übersehen. Die Regierung in Peking hat ihr Ziel verfehlt, die Wirtschaft abzukühlen und das Wachstum auf acht Prozent zu bremsen. Das rächt sich in Form kräftig steigender Preise. Die Inflationsrate betrug im Dezember 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im November hatte die Preissteigerung sogar bei 6,9 Prozent gelegen, das ist die höchste Quote seit elf Jahren. Im Jahresdurchschnitt wurde damit für 2007 ein Preisanstieg von 4,8 Prozent verbucht - weit über dem Planziel der Regierung von rund 3 Prozent.

          BIP erreicht 2,33 Billionen Euro

          Das Bruttoinlandsprodukt belief sich den Statistikern zufolge im abgelaufenen Jahr auf 24,7 Billionen Yuan (rund 2,33 Billionen Euro). Die Investitionen nahmen um 24,8 Prozent zu, die Industrieproduktion wuchs um 18,5 Prozent. Getragen wurde die Aufwärtsentwicklung vor allem von einem Boom der Exporte und der Investitionen. Den Angaben zufolge schwächte sich das Wachstum gegen Jahresende allerdings etwas ab.

          Wie es weiter hieß, hat China die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr als Japans größten Exportmarkt abgelöst. Dem Finanzministerium in Tokio zufolge beliefen sich die Ausfuhren in die Volksrepublik (inklusive Hongkong) im Jahr 2007 auf 17,4 Billionen Yen. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen dagegen um 0,2 Prozent zurück auf 16,9 Billionen Yen.

          Damit scheint es so, als ob Japan die Auswirkungen der schwächelnden amerikanischen Wirtschaft abfedern könnte. Allerdings werden viele der nach China gelieferten Güter am Ende zu Produkten weiterverarbeitet, die anschließend in die Vereinigten Staaten exportiert werden. Volkswirte schreiben den Vereinigten Staaten daher auch künftig eine Schlüsselrolle für die japanischen Konjunkturaussichten zu.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Amerikanische Linke : Selbst ernannte „Drecksäcke“

          Alles oder nichts: Wird ihr Favorit Bernie Sanders nicht Präsidentschaftskandidat, wollen linke Anhänger der Demokraten nicht zur Wahl gehen. Auch wenn Trump dadurch im Amt bleibt.
          Baden-Württembergs Maschinenbauer erhalten immer weniger Aufträge.

          F.A.Z. exklusiv : Ein Hilferuf aus Baden-Württemberg

          Das Land der Autos und des Maschinenbaus steckt in der Krise. In seltener Einmütigkeit fordern Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften Hilfe vom Bund – in einem deutlichen Brief an Hubertus Heil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.