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Dresdner und Commerzbank : Fusionsversuche der vergangenen 10 Jahre

  • Aktualisiert am

Bisher ohne Erfolg Bild: Felix Seuffert

Die Dresdner Bank und die Commerzbank kommen wohl bald zusammen. Im Jahr 2000 haben die beiden Institute schon einmal vergeblich versucht, ihre Geschäfte zusammenlegen. In den vergangenen 10 Jahren haben beide Häuser häufiger Anlauf genommen, sich mit anderen zusammen zu tun. Eine Übersicht.

          Mit Fusionsversuchen kennen sich Dresdner Bank und Commerzbank aus: Im Jahr 2000 versuchten die beiden Institute schon einmal vergeblich, ihre Geschäfte zusammenlegen. In den vergangenen 10 Jahren haben beide Häuser häufiger Anlauf genommen, sich mit anderen Finanzhäusern zusammen zu tun - teils erfolgreich. Hier eine Übersicht:

          August 1999: Deutsche Bank und Dresdner Bank planen eine Kooperation im Privatkundengeschäft.

          Oktober 1999: Deutsche und Dresdner Bank teilen mit, die Gespräche über die Zusammenarbeit seien gescheitert.

          08. März 2000: Trotz der gescheiterten Gespräche im Vorjahr unternehmen die beiden Institute einen neuen Versuch, dieses Mal gehen sie aufs Ganze: Die beiden Häuser planen die Vollfusion.

          05. April 2000: Die Fusionspläne der beiden Frankfurter Großbanken sind geplatzt. Die Dresdner attestiert der Verhandlungspartnerin, sie habe „durch ihr Verhalten der geplanten Fusion die Vertrauensbasis entzogen“. Ein Zankapfel war die Investmenttochter Dresdner Bank Kleinwort Benson.

          20. Mai 2000: Die CoBRa-Beteiligungsgesellschaft hält 17 Prozent an der Commerzbank. CoBRa gehört der niederländischen Finanzholding Rebon B.V.. In dieser Holding habend er die Investoren Clemens Vedder und Klaus-Peter Schneidewind ihre Interessen gebündelt.

          04. Juni 2000: Die CoBRa-Geschäftsführung fordert, die Commerzbank solle sich „neu aufstellen“. In der Folgezeit gibt es immer neue Auseinandersetzungen mit dem Großinvestor.

          Juni/Juli 2000: Jetzt spricht die Dresdner Bank mit der Commerzbank über einen Zusammenschluss. Der Commerzbank droht in dieser Zeit angeblich die Zerschlagung durch eine Gruppe südeuropäischer Banken.

          14. Juli 2000: Dresdner und Commerzbank sind sich angeblich so gut wie einig - aber es stehen noch Verhandlungen mit den Aktionären Allianz und Generali aus, verlautet aus Bankenkreisen.

          26. Juli 2000: Die Verhandlungen zwischen Dresdner und Commerzbank platzen. Bewertungsfragen seien der Grund, erklärt damals die Dresdner Bank. Unter der Hand heißt es: Der Dresdner-Bank-Großaktionär Allianz wollte die Vermögensverwaltung für sich reklamieren, diese Hürde konnte bei den Fusionsverhandlungen nicht genommen werden.

          18. August 2001: Die Gerüchteküche kocht: Angeblich will die Deutsche Bank jetzt die Commerzbank, aber auch die italienische Unicredito und ein nicht genanntes US-Institut sollen interessiert sein.

          29. März 2001: Allianz und Dresdner Bank bestätigen Gespräche „über die Schaffung eines führenden integrierten Finanzdienstleisters“.

          01. April 2001: Die Aufsichtsräte von Allianz und Dresdner stimmen dem Zusammenschluss zu.

          03. September 2001: Unicredito interessiert sich angeblich für eine Übernahme der Commerzbank.

          12. Dezember 2004: Die Commerzbank bekundet offen ihr Interesse an einem Zusammenschluss mit der Postbank. Dieses Interesse wird in den kommenden Jahren immer wieder bestätigt.

          15. November 2005: Die Commerzbank will die Eurohypo übernehmen.
          August 2005: Angeblich wollen Hedgefonds im großen Stil bei der Commerzbank einsteigen.

          17. November 2005: Die Commerzbank übernimmt für rund 4,5 Milliarden Euro die Eurohypo. Dieses Unternehmen war 2002 aus dem Zusammenschluss der Hypothekenbankentöchter von Commerzbank, Dresdner Bank und Deutscher Bank entstanden.

          Mai 2008: Die Commerzbank gilt als einer der Interessenten für die Dresdner Bank.

          12. Juni 2008: Die Fusionsgespräche von Dresdner Bank und Commerzbank werden Medienberichten zufolge konkreter.

          28. August 2008: Sowohl die Dresdner-Bank-Mutter Allianz als auch die Commerzbank laden für Sonntag den 31. August ihre Aufsichtsräte zu einer außerordentlichen Sitzung ein.

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