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Neuer Immobilienkonzern : Drei Wohnungsunternehmen gegen die Wohnungsknappheit

  • Aktualisiert am

Baustelle in Berlin Bild: ZB

Das drittgrößte börsennotierte Wohnungsunternehmen entsteht gerade aus der Fusion dreier Immobilienunternehmen. Zusammen treten sie gegen den Wohnungsmangel in Deutschland an.

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          Der Berliner Mietendeckel und die Wohnungsknappheit treiben deutsche Immobilienfirmen in eine Dreier-Fusion. Die bisher nur in der Hauptstadt vertretene Ado Properties will sich mit ihrem in Norddeutschland aktiven Großaktionär Adler Real Estate zusammenschließen und sich anschließend den Projektentwickler Consus Real Estate einverleiben, der für Nachschub an Mietwohnungen und Wohnvierteln im ganzen Land sorgen soll. Aus Ado, Adler und Consus entstehe das drittgrößte börsennotierte Wohnungsunternehmen in Deutschland mit rund 80.000 Einheiten im Wert von 8,6 Milliarden Euro, sagte Thierry Baudemoulin, seit der vergangenen Woche Ado-Vorstandschef, am Montag. Nummer eins und zwei sind Vonovia und Deutsche Wohnen.

          “Wir sind fest entschlossen, die Wohnungs-Knappheit in Deutschland zu reduzieren“, sagte Adler-Co-Chef Maximilian Rienecker, der die fusionierte Firma zusammen mit Baudemoulin führen soll. Die in Luxemburg registrierte Ado Properties soll den traditionsreichen Namen Adler Real Estate Group übernehmen. Firmensitz bleibt Berlin. Mit einem Börsenwert von mehr als 2,2 Milliarden Euro und einem Streubesitz von rund 80 Prozent sei die neue Adler Real Estate ein Kandidat für den Nebenwerteindex M-Dax. Bisher sind beide im S-Dax gelistet. Die Ado-Aktionäre sehen die Übernahme kritisch: Das Papier brach um 14 Prozent ein, während Adler um 3,7 Prozent stiegen und Consus um 22 Prozent nach oben schnellten.

          Wachstumschancen über den Kauf von Mietwohnungen gibt es für die privaten Vermieter in Deutschland kaum noch. Kommunale Wohnungsgesellschaften - etwa in Berlin - kaufen sogar Bestände zurück, um den steigenden Mietpreisen entgegenzuwirken. Der vom Berliner Senat beschlossene Mietendeckel hat die Eigentümer in der Hauptstadt zusätzlich verunsichert. Einige Unternehmen wie der Marktführer Vonovia bauen nun verstärkt selbst. In das Geschäft wollen Ado und Adler mit der Übernahme des Projekt-Entwicklers Consus Real Estate für bis zu 1,2 Milliarden Euro einsteigen. Er plant oder baut den Angaben zufolge an Objekten mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro in den neun größten deutschen Städten.

          Milliardenkredit für die Übernahme

          22,2 Prozent an Consus hat sich Ado für 294 Millionen Euro gesichert, ebenso wie ein Vorkaufsrecht für alle neuen Projekte. Adler hält bereits drei Prozent. In den nächsten 18 Monaten kann die künftige Adler Real Estate auch die 51 Prozent vom schweizerischen Consus-Großaktionär Aggregate Holdings übernehmen, der in Aktien bezahlt würde und damit zum größten Aktionär aufstiege. Consus würde seine Projekte dann nicht mehr verkaufen, sondern an Adler weiterreichen. Dann ließen sie sich auch wesentlich günstiger finanzieren, sagte Rienecker. Bisher zahle Consus bis zu zehn Prozent Zinsen auf Mezzanine-Kredite.

          Zunächst steht aber die Fusion von Ado und Adler an. Adler Real Estate war kürzlich mit 33 Prozent zum Großaktionär von Ado aufgestiegen. Nun bietet Ado Properties den Adler-Aktionären im Februar und März 2020 einen Umtausch ihrer Papiere in je 0,4164 neue Ado-Aktien an - insgesamt 1,03 Milliarden Euro. 52 Prozent wollen den Umtausch in jedem Fall mitmachen. Dies sei der Grund gewesen, die Fusion so zu konstruieren, sagte Rienecker. Ado Properties ist an der Börse gut 1,5 Milliarden Euro wert. Um die Übernahme zu finanzieren und die Schulden von Adler abzulösen, bekommt Ado einen Kredit über 3,5 Milliarden Euro von der Bank JP Morgan. Zwischen April und September sei zudem eine bis zu 500 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung geplant.

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