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Cum-Ex-Strafprozess : Schweizer Anklage wegen Wirtschaftsspionage

Der Falschberatung beschuldigt: Der deutsche Drogerie-Unternehmer Erwin Müller wirft der Sarasin-Bank vor, ihn in dubiose Geschäfte getrieben zu haben. Bild: Fabian Fiechter

Im Prozess gegen Eckart Seith, Anwalt des Drogeriekönigs Erwin Müller, geht es um Vorteil und Verrat. Es ist der erste Cum-Ex-Strafprozess.

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          Es war ein Abendessen mit gravierenden Folgen. Im März 2013 traf sich der Stuttgarter Rechtsanwalt Eckart Seith mit zwei Männern im Restaurant „Santa Lucia“ in Schaffhausen. Das hübsche italienische Lokal liegt inmitten der Altstadt und verfügt über einen Weinkeller, in dem es sich ungestört tafeln lässt. Ein idealer Treffpunkt also: Diskretion war für Seith und den Erfolg seiner Mission unabdingbar. Denn es ging um die Beschaffung interner Unterlagen aus der Bank J. Safra Sarasin. Für diese Basler Privatbank waren Seiths Gesprächspartner, die Deutschen Volker S. und Bernhard V., etliche Jahre tätig, Ersterer bis Ende Januar 2014 im Range des Chefjuristen.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Die drei Herren verstanden sich offenkundig gut. Nach zehn Minuten sei man per Du gewesen, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, die der F.A.Z. vorliegt. Sie bildet die Grundlage für das Strafverfahren gegen die drei Deutschen, das an diesem Dienstag vor dem Bezirksgericht in Zürich beginnt. Der Vorwurf lautet: Geheimnisverrat und Wirtschaftsspionage. Seith drohen bis zu dreieinhalb Jahre Haft. Er weist die Vorwürfe zurück.

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