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Nach Ölpreis-Einbruch : Dow Jones unter 16.000 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Der schwankende Ölpreis hat die amerikanischen Börsen fest im Griff. Nach einer kurzen Erholung zum Ende der vergangenen Woche verbucht die Wall Street am Montag erneut Abschläge.

          2 Min.

          Stark fallende Ölpreise haben die Talfahrt der amerikanischen Aktienmärkte am Montag im späten Handel beschleunigt und letztlich für klare Kursverluste gesorgt. Der Dow Jones Industrial schloss 1,29 Prozent tiefer bei 15 885,22 Punkten. In der Vorwoche hatte der amerikanische Leitindex um 0,7 Prozent zugelegt, notiert seit Jahresbeginn aber knapp 9 Prozent schwächer.

          Der marktbreite S&P-500-Index sank am Montag um 1,56 Prozent auf 1877,08 Punkte. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 1,48 Prozent auf 4196,53 Punkte ein.

          Der Handel sei wieder einmal vom Rohöl bestimmt worden, sagte ein Händler. Im späten New Yorker Handel war der Ölpreis um rund 7 Prozent eingebrochen und wieder unter die Marke von 30 US-Dollar gerutscht. Randvolle Öllagerhäuser in den Vereinigten Staaten sowie die erwartete Ausweitung iranischer Ölexporte nach Aufhebung der Sanktionen drückten permanent auf den Preis des „schwarzen Goldes“, hieß es weiter. Am Montag belastete zudem die Aussicht auf ein weiter starkes Angebot aus dem wichtigen Ölförderland Saudi-Arabien.

          Unter den Einzelwerten ging die Berichtssaison in eine neue Runde: So trägt der neue Kurs bei der weltgrößten Fast-Food-Kette McDonald’s Früchte. Neue Frühstücksangebote und ein verbesserter Service lockten im vierten Quartal mehr Kunden in die Restaurants. Für die Aktien ging es um 0,68 Prozent nach oben.

          Zudem dreht sich das Fusionskarussell weiter: Der Mischkonzern Johnson Controls und der Sicherheitstechnik-Anbieter Tyco wollen sich zusammenschließen. Dies erfreute vor allem die Aktionäre von Tyco, deren Papiere um 11,64 Prozent nach oben schnellten. Für die Anteilsscheine von Johnson Controls ging es hingegen um fast 4 Prozent abwärts.

          Topmanager verlassen Twitter

          Schlechte Nachrichten kamen von Twitter: Beim Kurznachrichtendienst steht ein halbes Jahr nach der Rückkehr von Mitgründer Jack Dorsey an die Unternehmensspitze ein massiver Umbau der Chefetage an. Vier Topmanager verlassen das Unternehmen. Twitter macht ein stark verlangsamtes Wachstum der Nutzerzahlen zu schaffen, die Papiere sind im Keller. Am Montag verloren sie weitere 4,60 Prozent.

          Ein negativer Analystenkommentar setzte die Titel von Caterpillar unter Druck. Sie endeten mit einem Minus von mehr als 5 Prozent und waren damit klares Schlusslicht im Dow. Zuvor hatten die Analysten der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs die Aktien des weltgrößten Baumaschinenherstellers von „Neutral“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 67 auf 51 US-Dollar gesenkt.

          Euro fester

          Der Eurokurs hat am Montag seinen Vorsprung aus dem europäischen Handel im amerikanischen Geschäft verteidigt. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach den jüngsten Verlusten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,0847 Dollar gehandelt. Zehnjährige Anleihen erhöhten sich um 12/32 Punkte auf 102 4/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,01 Prozent.

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