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Douglas : „Thalia soll in zwei Jahren wieder nachhaltig Geld verdienen“

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Henning Kreke Bild: Wresch, Jonas

Aus Sicht der Aktionärsfamilie Kreke war es ein „Betriebsunfall“, dass ihre Pläne frühzeitig bekannt wurden, den Douglas-Konzern zusammen mit Investoren zu übernehmen. Elf Monate später sind Henning und Jörn Kreke sowie Advent am Ziel.

          Der Spruch von der „Advent“-Überraschung für den Hagener Handelskonzern Douglas Holding ist inzwischen zwar reichlich abgegriffen, aber Ende vergangener Woche passte er dann doch noch einmal. 93 Prozent der Aktien konnte die Beteiligungsgesellschaft Advent International zusammen mit der Douglas-Gründerfamilie Kreke bei ihrem Übernahmeangebot bis dahin einsammeln - eine Quote, die beide Seiten trotz des hohen Angebotspreises von 38 Euro je Aktie nicht unbedingt erwarten konnten. „Das hat uns positiv überrascht“, sagt Henning Kreke, der Vorstandsvorsitzende der Douglas Holding AG. „Jeder von uns hatte seine private Vermutung, wir lagen aber alle falsch“, ergänzt Ranjan Sen, der als einer von zwei Deutschland-Geschäftsführern von Advent das Douglas-Investment leitet.

          Denn jetzt ist die Schwelle von 95 Prozent, die einen Rückzug von der Börse deutlich erleichtern würde, plötzlich in greifbare Nähe gerückt. Aus dem Börsenindex M-Dax scheidet die Douglas-Aktie wegen des inzwischen sehr geringen Streubesitzes ohnehin aus (F.A.Z. vom 10. Januar). Und sowohl Advent als auch Kreke hätten nichts dagegen, Douglas künftig ohne den Zwang zu Quartalsberichten zu führen. „Wir warten nun die nächsten 14 Tage ab. Aber wenn man über 95 Prozent kommen sollte, ist ein Squeeze-out eine Option, die die Gesellschafter prüfen werden“, kündigt Sen an.

          Ranjan Sen

          Zeit zum Nachdenken, was man mit einem deutschen Konsumgüterkonzern und seinen Geschäftsbereichen Parfüm (Douglas), Schmuck (Christ), Bücher (Thalia), Mode (Appelrath Cüpper) und Süßwaren (Hussel) alles machen könnte, hatte der Finanzinvestor genug. Denn es vergingen Monate, in denen zunächst die anderen Großaktionäre, nämlich die Familie Oetker, weitere Nachfahren des Unternehmensgründers Herbert Eklöh sowie der Drogeriemarktbesitzer Erwin Müller, überzeugt werden mussten, bevor Advent die offizielle Übernahmeofferte lancieren konnte. Dafür soll es nun im Schulterschluss mit der Unternehmerfamilie Kreke umso zügiger vorangehen, wobei Sen mehrfach betont, dass keine radikalen Umbrüche bevorstehen, aber der eine oder andere neue Akzent gesetzt wird. „Henning Kreke und sein Managementteam führen weiter das operative Geschäft. Wir sehen uns als der Sparringspartner, der neue Impulse setzen kann“, beschreibt Sen die Rollenverteilung.

          Dass Advent und die Krekes auf einer Linie liegen, zeige sich auch daran, dass Henning Kreke den Konzern weiter lenken und sein Vater Jörn Kreke weiter Aufsichtsratsvorsitzender bleiben soll, versichert Sen. „Das ist nicht eine Frage der Höflichkeit gegenüber der Familie Kreke. Wir wollen vielmehr grundsätzlich die besten Teams, denn das ist Teil des Geschäftsmodells von Advent.“ Die Familie wird ihren Anteil an Douglas am Ende der Transaktion auch von bisher 12 auf dann 20 Prozent aufstocken. „Für uns war es bei der vor fast einem Jahr auf den Weg gebrachten Transaktion ein klares Anliegen, den Einfluss der Familie bei Douglas zu erhöhen“, blickt Kreke zurück. Tatsächlich sei der Einfluss eher größer als 20 Prozent, ergänzt Sen und spricht von einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“. Advent wolle von der langjährigen Erfahrung der beiden Vollbluthändler profitieren. „Ich weiß, dass klingt alles schön weihnachtlich, aber es ist durchaus ernst gemeint. Advent wird Douglas bei den anstehenden Herausforderungen partnerschaftlich zur Seite stehen“, sagt er.

          Umsatzentwicklung seit dem Geschäftsjahr 2004/05

          Advent versteht sich nach Sens Beschreibung als Impulsgeber - und vor allem als Türöffner für ferne Regionen wie Asien, Südamerika oder Osteuropa. Dort ist der Handelskonzern bisher noch nicht präsent. „Wir stehen beispielsweise schon im Dialog mit unserem Büro in Schanghai, um zu prüfen, wie die Douglas-Parfümerien möglicherweise den Einstieg in China angehen könnten. Ist dies sinnvoller über ein Gemeinschaftsunternehmen oder geht man besser direkt mit einem Dutzend Parfümerien im Großraum Peking oder Schanghai an den Start?“, beschreibt Sen die in Angriff genommenen ersten Themenkomplexe. „Für uns eröffnen sich durch die Partnerschaft mit Advent neue Kontakte für Zugänge in verschiedenen Märkten, die wir zuvor so nicht hatten“, ergänzt Kreke. „Das gilt vor allem für unsere Douglas-Parfümerien.“

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