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Bundesverfassungsgericht : Doppelter Verlust

  • -Aktualisiert am

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am 2. März 2021. Bild: dpa

Der Bundesfinanzhof (BFH) rügt die Benachteiligung der Anleger bei der Verlustrechnung. Nun muss Karlsruhe ran. Für Anleger sind das gute Aussichten.

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          Aktien im Sinkflug sind gleich doppelt ärgerlich: Die Verluste selbst sind schmerzlich genug, hinzu kommt aber auch, dass die Möglichkeiten, diese Verluste mit anderen Einkünften steuerlich zu verrechnen, stark eingeschränkt sind. Der Bundesfinanzhof (BFH) hält die derzeitige Regelung für verfassungswidrig. Daher hat er diese Frage dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vorgelegt. Für Anleger sind dies gute Nachrichten, auch wenn eine endgültige Entscheidung noch aussteht.

          Dazu muss man wissen: Verluste aus der Veräußerung von Aktien dürfen lediglich mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden, sofern diese im privaten Bereich erzielt werden. Eine entsprechende Beschränkung sieht § 20 Abs. 6 Satz 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) vor. Dies führt dazu, dass ein privater Anleger beispielsweise nicht Dividenden oder Zinsen mit den Verlusten aus Aktienveräußerungen verrechnen kann. Ist eine Berücksichtigung der Verluste daher in einem Jahr nicht möglich, werden diese Verluste aus Aktien vorgetragen, bis der Anleger entsprechende Gewinne aus Aktien realisiert. Hierfür werden von den Banken entsprechende Verlustverrechnungstöpfe geführt. Damit unterliegen diese Verluste einer besonderen Beschränkung, denn grundsätzlich gilt, dass Verluste aus Kapitalvermögen lediglich mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden dürfen, aber nicht mit anderen Einkünften, wie etwa aus Gewerbebetrieb oder aus einer Angestelltentätigkeit.

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