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Trump will Grönland kaufen : Make Sicily great again!

  • -Aktualisiert am

Sizilien, Donald, nicht Grönland! Hat der damalige italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni das dem amerikanischen Präsidenten womöglich schon bei dessen Besuch beim G7-Gipfel im Mai 2017 im sizilianischen Taormina zugeflüstert? Bild: Reuters

Eine Mauer gegen Flüchtlingsschiffe, Unterstützung für Salvini, der Wiederaufstieg der Cosa Nostra: Wenn Donald Trump Grönland schon nicht bekommt, sollte er Sizilien kaufen. Es wäre eine Win-Win-Situation. Eine Glosse.

          Grönland zu kaufen, das wird dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump offenbar nicht gelingen. Dann sollte der Stratege Trump eben ein Gebot für Sizilien abgeben. Das würde unter den Sizilianern sicher große Beachtung finden. Schließlich gab es dort nach dem Zweiten Weltkrieg eine Separatistenbewegung, die den Anschluss an die Vereinigten Staaten propagierte. Mit dem Banditen Salvatore Giuliano als Sprachrohr wollten manche Sizilianer damals der 49. Bundesstaat der Vereinigten Staaten werden. Nicht ganz grundlos wurde dann in der neuen italienischen Verfassung die Insel Sizilien mit dem Status einer autonomen Region bedacht. Seither sind die Verbindungen zwischen den Vereinigten Staaten und Sizilien nie unterbrochen worden, allein schon wegen der vielen Auswanderer aus Sizilien und der vielen amerikanischen Touristen, die das Land ihrer Vorväter bei einer Inseltour kennenlernen.

          Mit der Akquisition Siziliens bekäme Trump eine Insel, die zwar nur ein Achzigstel der Fläche Grönlands hat, dafür aber hundert Mal so viele Einwohner. Sie hat auch viel besseres Wetter. Dass die Pessimisten Klimawandel und immer mehr trockenes Wüstenklima für Sizilien vorhersagen, stört Trump ohnehin nicht. Ölvorkommen gibt’s auf der Insel zwar nicht, aber dafür reichlich Olivenöl. Zudem verlotterte Ölraffinerien und Salzbergwerke, die von den Amerikanern auf Vordermann gebracht werden könnten.

          Unterstützung für Salvini

          Vor allem könnte Trump in Europa endlich einmal so richtig einen Fuß in die Türe bekommen und nach dem von Washington geförderten Brexit den unbotmäßigen Europäern schnell noch eine zweite große Insel wegnehmen. Es wäre richtig „great“ für Amerika, wenn die Vereinigten Staaten in Sizilien nicht nur einen kleinen, umstrittenen Militärstützpunkt unterhalten würden, sondern wenn sie ganz Sizilien als Flugzeugträger benutzen könnten.

          Politisch könnte Trump dann seinem Gefolgsmann, dem Lega-Führer Matteo Salvini, die Vorteile wahrer Bündnistreue demonstrieren. Zugleich würde Salvini dann nicht mehr so oft versucht sein, nach Moskau zu reisen, und der unliebsame Nebenbuhler im Kampf um Einfluss in Italien, Wladimir Putin, wäre für einige Zeit ausgeschaltet.

          Falls damit auch noch der Aufstieg von Matteo Salvini an die Macht gefördert wird, könnte ein von Salvini geführtes Italien auf vielerlei Weise profitieren. Ein großer Batzen amerikanischen Geldes für den Kauf Siziliens würde die italienischen Staatsschulden deutlich reduzieren und Salvini hätte endlich Geld für weitere Wahlgeschenke. Der ewige Machtkampf in Rom zwischen den Vertretern des Südens und des Nordens wäre endgültig zugunsten der Nordregionen entschieden. Und Salvini wäre dann eine Gegend los, die zu wenig für die Lega und zu viel für die Fünf-Sterne-Protestbewegung stimmt.

          Trump löst das europäische Migrationsproblem

          Auch die Vorteile für die praktische Politik dürfen nicht vernachlässigt werden. Trump bekäme schließlich die Herrschaft über die Insel Lampedusa und könnte den Europäern endlich zeigen, wie man mit dem Migrationsproblem umzugehen hat. Er hätte auch Gelegenheit, vor der sizilianischen Südküste von Marsala bis Pachino eine 400 Kilometer lange Mauer gegen Flüchtlingsschiffe zu bauen. Schließlich gäbe es nicht nur zusätzliche, konsumhungrige Abnehmer für die darniederliegende amerikanische Industrie. Auch die New Yorker Mafia könnte wieder etwas für die sizilianische Cosa Nostra tun, die nach der Verhaftung vieler berühmter Bosse etwas am Boden liegt. Nun ließe sich an alte Traditionen anknüpfen. Schließlich hatten die Amerikaner im Kampf gegen Mussolinis Italien ihre Landung vom 10. Juli 1943 in Sizilien mit Kontakten zur sizilianischen Mafia vorbereitet – und machten danach bereitwillig Mafiosi zu Bürgermeistern in sizilianischen Kommunen.

          Das Ganze hätte nur einen Haken: Wenn dann die Politik in Washington über die strategischen Probleme des 51. Staats der amerikanischen Union diskutierte, würde sie viel zu leicht auf die Folgen früherer amerikanischer Außenpolitik im Irak, in Libyen und in Syrien stoßen. Deren Konsequenzen wollte man bisher lieber den Europäern überlassen und sie nicht zum Thema inneramerikanischer Diskussion machen. Doch Donald Trump hätte mit Sicherheit ein paar passende Tweets parat, um über diese Verlegenheit hinwegzuhelfen. Etwa: „Make Sicily great again!“

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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