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„Unfaire“ Handelspolitik : Trump warnt die EU und kritisiert May

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Theresa May besuchte Donald Trump am 27. Januar des vergangenen Jahres im Weißen Haus. Bild: AFP

„Wir können unsere Produkte nicht reinkriegen“ - Donald Trump äußert sich einmal mehr unzufrieden über den Handel, diesmal den zwischen Amerika und Europa. Und auch zum Brexit machte er eine Ansage.

          Wenige Tage nachdem er Strafzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule erließ und China eine Geldstrafe wegen Diebstahls geistigen Eigentums androhte, hat der amerikanische Präsident Donald Trump die EU vor negativen Folgen ihrer nach seiner Einschätzung „unfairen“ Handelspolitik gewarnt. „Wir können unsere Produkte nicht reinkriegen. Das ist sehr, sehr hart“, zitiert der britische Fernsehjournalist Piers Morgan Trump in der „Daily Mail“.

          „Und dennoch schicken sie uns ihre Produkte - keine Steuern, sehr geringe Steuern. Das ist sehr unfair“, habe der Präsident in einem Gespräch erklärt, das an diesem Sonntagabend im Sender ITV ausgestrahlt werden sollte. „Ich denke, das wird ihnen sehr zum Nachteil gereichen“, habe Trump in Richtung Europäischen Union gewarnt. Aufgezeichnet wurde das am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

          Die Vereinigten Staaten sind insgesamt der wichtigste Handelspartner für die Länder der EU. Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und Amerika liegen seit Trumps Amtsantritt vor einem Jahr auf Eis - allerdings ist auch auf dieser Seite des Atlantiks der Widerstand dagegen groß.

          Während des Interviews kritisierte Trump auch die britische Premierministerin Theresa May. Er äußerte demnach, dass er selbst härter mit Brüssel verhandelt hätte. „Ich hätte gesagt, dass die Europäische Union nicht die Erwartungen erfüllt hat, die in sie gesetzt werden.“ Deshalb wäre er einen härteren Kurs gefahren, um auszusteigen. Auch habe er vorhergesehen, dass die Briten mehrheitlich für den EU-Austritt entscheiden würden - schließlich mache ihnen die Einwanderung Sorgen.

          Die britischen Wähler hatten im Juni 2016 für den Brexit gestimmt. Trump wurde im selben Jahr zum Präsidenten gewählt. Eine schärfere Einwanderungspolitik war ein wichtiges Thema sowohl der Brexit-Kampagne als auch von  Trump. Premierministerin May war der erste Staatsgast in Washington nach Trumps Amtseinführung im Januar 2017.

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