https://www.faz.net/-gqe-abd60

Soziale Medien : Donald Trump startet Twitter-ähnlichen Blog

  • Aktualisiert am

Bleibt Donald Trump auf Facebook gesperrt? Ein unabhängiges Gremium muss über den Fall entscheiden. Bild: AFP

Nach dem Sturm auf das Kapitol Anfang Januar hatte Facebook das Profil des früheren US-Präsidenten gesperrt. Am Nachmittag entscheidet sich, ob Trump weiter von der Plattform verbannt bleibt. Derweil ist er unter die Blogger gegangen.

          2 Min.

          Am Mittwoch wird bekannt, ob der frühere US-Präsident Donald Trump weiterhin bei Facebook gesperrt bleibt. Das unabhängige Aufsichtsgremium des weltgrößten Online-Netzwerks will am Nachmittag deutscher Zeit seine Entscheidung dazu verkünden. Das sogenannte Oversight Board kann Entscheidungen von Management und Inhalte-Prüfern zu Beiträgen und Personen kippen – und es hat dabei das letzte Wort.

          Facebook sperrte Trump – genauso wie auch Twitter und Youtube – im Januar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit. Auslöser war die Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger und die Tatsache, dass er Sympathie für die Angreifer bekundete. Twitter sagte bereits, dass es für Trump keinen Weg zurück auf die Plattform gebe. Googles Videoplattform Youtube will dagegen sein Profil entsperren, wenn „das Risiko von Gewalt gesunken ist“.

          Nach der Verbannung von den Online-Diensten war Trump in den vergangenen Monaten darauf angewiesen, Stellungnahmen per E-Mail zu verschicken. Davor war der Twitter-Account mit mehr als 80 Millionen Abonnenten sein mit Abstand wichtigster Kommunikationskanal.

          Trump geht unter die Blogger

          Am Dienstag weihte Trump nun einen neuen Kommunikations-Kanal auf seiner Website ein. Der Blog-Bereich erinnert äußerlich an Twitter – wo es aber nur Beiträge von Trump gibt. Zugleich könnten Trumps Anhänger dadurch Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten sozusagen über eine Hintertür zu Twitter und Facebook tragen. Denn sie können jeden Kurzbeitrag mit wenigen Klicks als Zitat und Link bei den Online-Plattformen teilen. Unklar war zunächst, ob die Dienste das zulassen werden.

          In den vergangenen Monaten wurde immer wieder spekuliert, der frühere Präsident könnte eine eigene Online-Plattform starten. In dem Blog-Bereich mit dem Titel „Vom Schreibtisch von Donald J. Trump“ können seine Anhänger einzelne Beiträge wie bei Twitter mit einem „Like“-Herz versehen und sich auch über neue Posts benachrichtigen lassen. Die Möglichkeit, Trumps Beiträge zu kommentieren, gibt es aber nicht.

          Einflussnahme auf Bürger geht zurück

          Trump ist nach wie vor bei vielen Wählern der Republikaner beliebt. Das sichert ihm weiterhin erheblichen Einfluss in der Partei. Mit den Sperren bei den Online-Diensten sanken seine Möglichkeiten, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, jedoch drastisch.

          Facebook hat anders als Twitter und Youtube ein Aufsichtsgremium aus Rechtsexperten, Aktivisten und ehemaligen Politikern, das Entscheidungen des Online-Netzwerks zum Umgang mit einzelnen Personen und Inhalten auf den Prüfstand stellen kann. Es ist eine Art „Oberstes Gericht“ von Facebook, dessen Beschlüsse auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg nicht überstimmen kann.

          Das Geld für das Aufsichtsgremium wurde zwar von Facebook bereitgestellt, liegt aber in einer Treuhandgesellschaft, was die Unabhängigkeit sichern soll. Bei den wenigen bisherigen Entscheidungen machte das Oversight Board bereits mehrere Sperren von Inhalten durch Facebook rückgängig.

          Weitere Themen

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Zurück in die Neunziger

          Einrichtung : Zurück in die Neunziger

          Glas, Stahl, erdige Töne: Der Minimalismus der Yuppie-Moderne kehrt in den Innenraum zurück und erfindet sich neu.

          Topmeldungen

          Ein Gespräch über Dänemark : „Wir haben so viel Angst“

          Seit dem Kollaps von Christian Eriksen in einem EM-Spiel schauen viele auf Dänemark. Die Autorin Katrine Engberg spricht über den tragischen Vorfall, das Glück des Moments und die Zerrissenheit der dänischen Gesellschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.