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Sonderberater : Trump holt Starinvestor Carl Icahn in sein Team

  • Aktualisiert am

Carl Icahn bei einer Podiumsdiskussion in New York Bild: AFP

Donald Trump will Carl Icahn zum Sonderberater für Regulierungsfragen machen. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftsgebaren bekannt.

          Der künftige amerikanische Präsident Donald Trump hat einen weiteren Milliardär in seinen Führungszirkel berufen: Der 80-jährige Carl Icahn, bekannt als scharfer Kritiker staatlicher Reglementierung, soll ihm als Sonderberater dienen, wie Trump am Mittwoch mitteilte.

          Icahn sei einer „der großartigsten Geschäftsmänner der Welt“, erklärte Trump. Er sei ein exzellenter Verhandler und verfüge über die Fähigkeit, die Entwicklungen in der Finanz- und Wirtschaftswelt vorherzusagen. „Seine Hilfe dabei, die strangulierenden Regulierungen in unserem Land anzugehen, wird von unschätzbarem Wert sein.“

          Trump hatte Icahn schon im Wahlkampf als Kandidaten für sein Team ins Gespräch gebracht. Doch Icahn winkte zunächst ab, weil er eine eigene politische Lobbygruppe gründen wollte. Nun soll er keinen Regierungsposten innehaben, kein Gehalt für seine Tätigkeit beziehen und keinen ethischen Regeln unterworfen sein, die seine Geschäfte als Investor einschränken würden.

          Aktivistischer Investor

          Icahn begann in den 1960er Jahren an der Wall Street und hatte im Laufe seiner Karriere Top-Positionen in zahlreichen Konzernen wie Time Warner, Texaco oder Dell inne. Er ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt. Als ein sogenannter „aktivistischer Investor“ hat er wiederholt Top-Manager unter Druck gesetzt, um seine Unternehmenspolitik voranzutreiben. Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, Icahn werde eine zentrale Rolle bei der Auswahl des künftigen Leiters der Börsenaufsicht SEC spielen.

          Icahn beklagte eine Flut neuer Regulierungen für die Wirtschaft, die unter dem scheidenden Präsidenten Barack Obama erlassen worden seien. „Es ist Zeit, der exzessiven Regulierung ein Ende zu setzen und unsere Unternehmer das tun zu lassen, was sie am besten können: Jobs schaffen“, sagte er.

          Seit seiner Wahl am 8. November hat Trump nach und nach sein Kabinett zusammengestellt und dabei einen exklusiven Zirkel aus Superreichen, Quereinsteigern aus der Geschäftswelt, Generälen und Ultrakonservativen berufen. Im Wahlkampf hatte sich Trump als Kandidat der kleinen Leute in Szene gesetzt und gegen die Wirtschaftselite gewettert.

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