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Zollstreit : „Trump will, dass China keine Hochtechnologie mehr bekommt“

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In China beliebt, auch unter Kinder: Das Computerspiel „Honour of Kings“, das der chinesische Tech-Konzern Tencent herausgebracht hat. Bild: Reuters

Donald Trump legt sich mit China an. Ein Fachmann sagt, dass es um viel mehr geht als um Handel – und wie das Verhalten des amerikanischen Präsidenten die Führung in Peking in die Bredouille bringt.

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          Wird aus dem Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ein echter Handelskrieg? Verbal hat die amerikanische Regierung unlängst stark aufgerüstet – und auch tatsächlich neue Zölle beschlossen, zunächst auf Stahl und Aluminium. Weitere Aufschläge in zweistelliger Milliardenhöhe hat Donald Trump Peking angedroht.

          Zugleich reden ranghohe Vertreter beider Seiten aber nach eigenem Bekunden miteinander. Auch konkrete Forderungen machen die Runde: Amerika will demnach, dass China mehr Halbleiter aus den Vereinigten Staaten kauft, die Zölle für Autos verringert und außerdem amerikanischen Finanzunternehmen erlaubt, sich stärker als bislang möglich an chinesischen Firmen zu beteiligen.

          Doch die Skepsis bleibt groß unter Fachleuten. Denn Trump beklagt nicht nur das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten gegenüber der Volksrepublik, sondern wirft ihr auch vor, die Ideen amerikanischer Erfinder zu klauen und zu kopieren. „Ich sehe die Gefahr, dass die Vereinigten Staaten und China keine Lösung finden und nicht aus der Ecke herauskommen“, sagt Jörg Wuttke, der frühere langjährige Präsident der Europäischen Handelskammer in China.

          In dem Konflikt geht es seiner Ansicht nach um viel mehr als um die Wareneinfuhr und -ausfuhr oder Investitionsmöglichkeiten. „Trump versucht nicht, durch Druck den chinesischen Markt zu öffnen. Er will vielmehr, dass China keine Hochtechnologie mehr bekommt“, sagt Wuttke: „Es ist kein Handelskrieg, sondern vielmehr ein High-Tech-Krieg.“ Das habe mit Marktöffnung nichts zu tun. „Es ist ein Innovationskampf.“

          Der China-Fachmann nennt eine weitere Schwierigkeit für die chinesische Führung im Umgang mit dem amerikanischen Präsidenten. „Trump schießt aus der Hüfte.“ Und weiter: „Deswegen ist es für die Chinesen auch so schwierig, weil sie keine Planungssicherheit haben.“ Das Vorgehen des amerikanischen Präsidenten sei willkürlich und auch fehlerhaft, findet Wuttke: „Er verfolgt auch die falsche Taktik, weil er einseitig ohne die Europäer in diesen Konflikt geht.“

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