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Doktoren für die Dörfer : Land ohne Arzt

Stipendien für Medizinstudenten: Die Kommune Lauterbach wird kreativ, damit Ärzte sich für die Fachwerkstadt entscheiden. Bild: Wolfgang Eilmes

Festanstellung statt eigener Praxis, gern auch in Teilzeit: Junge Ärzte setzen andere Prioritäten als Landärzte vom alten Schlag. Wie kann man sie trotzdem dorthin locken?

          6 Min.

          Christian Rackwitz wollte eigentlich nie Hausarzt werden. Ihn interessierte mehr die innere Medizin, insbesondere die Kardiologie. Doch die Zeit in einer Klinik in Fulda stellte alle seine Pläne auf den Kopf. Bis zu 21 Tage am Stück musste er dort arbeiten, sieben Tage nachts, sieben Tage spät, null Zeit für ein Sozialleben – das hatte er nicht erwartet. Also schlug er doch den Weg ein, den er sich nie wirklich vorstellen konnte: Rackwitz, 30 Jahre alt, schlank und großgewachsen, wird Hausarzt. Und möglicherweise sogar Landarzt. Das hoffen sie zumindest in der Kleinstadt Lauterbach in Mittelhessen, wo er sich in der Praxis des Arztes Christof Schwarzer zum Allgemeinmediziner weiterbilden lässt. Landärzte werden nicht nur in Mittelhessen gesucht, eine ganze Welle von Praxisschließungen rollt auf das Land zu. Rackwitz könnte die Not etwas lindern – ob er dazu wirklich bereit ist, weiß er noch nicht.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Man merkt ihm die Zerrissenheit an, wenn er über das Für und Wider des Landarztlebens spricht. Rackwitz ist im Vogelsbergkreis aufgewachsen, in einer Kleinstadt nur 18 Kilometer von Lauterbach entfernt. Er kennt die Gegend, die vielen kleinen Dörfer, das weite Grün, das Fachwerk in den Ortskernen. Nur: All das gibt es im Umland von Fulda auch, von wo aus er derzeit jeden Tag eineinhalb Stunden pendelt. 15 Minuten mit dem Auto und er ist in der Natur. Warum sollte er sich also nicht einfach dort eine Zukunft aufbauen?

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