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Diskussion um Tempolimit : Nur jeder Zehnte rast

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Geschwindigkeitsbegrenzung: Bei 130 km/h ist hier Schluss. Bild: dpa

Jahrelang hielt das Verkehrsministerium eine Studie unter Verschluss. Demnach fährt nur jeder Zehnte schneller als 150 km/h. Die Ergebnisse könnten die Debatte um ein Tempolimit neu befeuern.

          Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen würde eine Minderheit der Verkehrsteilnehmer treffen. Das geht aus einer Studie des Verkehrsministeriums hervor, wie „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Demnach fuhr nur jeder dritte Fahrer von Pkw, Motorrädern oder Lieferwagen auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung schneller als die Richt­geschwindigkeit von 130 km/h. Nur etwa jeder Zehnte fuhr mehr als 150 km/h. Die Werte wurden 2010 bis 2014 auf rund 100 repräsentativen Autobahnabschnitten gemessen. Die gefahrene Geschwindigkeit ist ein Parameter, um zu ermitteln, wie viel Kohlendioxid durch ein Tempolimit eingespart werden könnte. Trotz der Diskussion um ein Tempolimit hatte das Verkehrsministerium die Studie jahrelang zurückgehalten.

          Nach eigenen Angaben musste das Magazin elfmal beim Ministerium und bei der Bundesanstalt für das Straßenwesen um den Bericht bitten, der bis dahin auch nicht dem Umweltbundesamt übermittelt worden war. Ein Sprecher des Ministeriums teilte mit, man ziehe aus den Daten die Gewissheit, dass „das System der Richtgeschwindigkeit sowie der situativen Geschwindigkeitsbeschränkung“ funktioniere.

          Zuletzt war das Thema „Tempolimit“ wieder ein zentrales Thema geworden bei der Frage, wie man die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 reduzieren könnte. Die Gräben in der Arbeitsgruppe Klimaschutz der Regierungskommission waren tiefer geworden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spricht sich gegen Verbote aus. Er kritisiert ein Tempolimit als Schritt „gegen jeden Menschenverstand“. Dieses spielte – angesichts der minimalen Wirkung für den CO2-Ausstoß nur Symbol – selbst für die Umweltschützer von BUND und Nabu nur eine Nebenrolle, lautet seine Kritik.

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