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Direktbanken : E-Trade will ein Stück vom Broker-Kuchen

  • Aktualisiert am

„auf Sendung” Bild: e-trade

Die Online-Broker schreiben tiefrote Zahlen, die Konsolidierung hat begonnen. Ausgerechnet jetzt geht E-Trade in Deutschland an den Start.

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          Mutig sind sie ja, die Amerikaner. Wie sonst kann man es bezeichnen, wenn eine Direktbank ausgerechnet zu einem Zeitpunkt in Deutschland antritt, zu dem der Markt von einer Konsolidierung geprägt ist? Die Lust am Aktienhandel ist vielen Anlegern in der tiefen Baisse vergangen, vor allem die bereits etablierten Online-Broker stöhnen über den schwierigen Markt, einige der kleineren mussten bereits das Handtuch schmeißen.

          Da wirkt es fast keck, wenn E-Trade mit dem Ziel antritt, innerhalb von zwei Jahren ein profitables Geschäft aufzubauen. Der Slogan zum Markteintritt in Deutschland: „Kein Mensch braucht einen neuen Online-Broker - Gut dass wir ein alter sind.“ Aber wie sollen die Anleger in Deutschland von einem „alten“ US-Broker überzeugt werden, wenn sie schon die eigenen „alten“ im Regen stehen lassen?

          Kein Billigstbroker

          Der billigste Anbieter ist E-Trade nicht; 0,25 Prozent des Volumens, aber mindestens 12,50 Euro soll eine Transaktion kosten. „Wir wollen kein Preisdumping“, so Deutschland-Chef Torsten Zibell im Gespräch mit FAZ.NET. „Wir wollen die aktiveren Anleger überzeugen.“ Das soll gelingen mit professionellen, leicht handhabbaren Tradingtools, einem direkten Zugang zu den wichtigen US-Handelsplätzen und günstigen Preisen für Transaktionen in Übersee.

          Zielgruppe ist bereits versorgt

          Ob das reicht, um die Profis unter den Privaten zu überzeugen? Peter Barkow, Finanzanalyst bei HSBC Trinkaus ist da skeptisch. Diese Zielgruppe sei bereits gut bei Spezialanbietern wie Sino oder auch bei den übrigen Discountbrokern wie Consors untergebracht. Ohne Zukauf wird es seiner Ansicht nach für E-Trade nicht möglich sein, einen nennenswerten Marktanteil zu erobern.

          Übernahmen denkbar

          Zum Thema Akquisitionen hält sich E-Trade allerdings noch sehr bedeckt. Man werde Übernahmen prüfen, wenn sich die Gelegenheit biete. Wer könnte so ein potentieller Partner sein? Nach Ansicht von Barkow würde Consors nicht schlecht zu E-Trade Deutschland passen. Allerdings haben beide Unternehmen bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Vor zwei Jahren wollte E-Trade einen Markteinstieg in Deutschland schaffen und zwar über eine Beteiligung an der Berliner Effektenbank. Als Consors diese übernahm, trennte sich E-Trade wieder von den Beteiligung.

          „Die anderen Direktbanken haben einen Fehler gemacht“

          Auch andere Direktbanken haben die Internationalisierung mit Hilfe von Zukäufen versucht. Der Erfolg fiel bisher eher mäßig aus. Jetzt drücken die ausländischen Töchter mächtig auf die Kosten. Nach Ansicht des Technikvorstands Europa, Joshua Levine, haben die Direktbanken einen Fehler gemacht. Sie haben in jedem Markt ihre Infrastruktur neu aufgebaut und das könne nicht profitabel sein. E-Trade wolle eine zentrale Lösung: Die „Super-European-Platform“. Es wird sich zeigen, ob dies der richtige Weg ist.

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