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Amerika gegen Deutsche Bank : Dijsselbloem hält Strafe gegen Deutsche Bank für „überzogen“

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Die drohende Strafe in Amerika würde die Deutsche Bank nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem überfordern. Bild: dpa

Das amerikanische Justizministerium fordert 14 Milliarden Dollar von der Bank. Nach Ansicht des Eurogruppen-Chefs wird damit deren Finanzstabilität untergraben.

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          Die drohende Strafe in den Vereinigten Staaten würde die Deutsche Bank nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem überfordern und damit die Finanzstabilität untergraben. Das amerikanische Justizministerium fordert 14 Milliarden Dollar von der Bank, um die Vorwürfe wegen ihres Verhaltens in der Subprime-Krise auszuräumen. „Hoffen wir, dass das nur eine erste Forderung ist“, sagte der Niederländer am Freitag. „Solche Strafen sind völlig überzogen, sie schaden der Finanzstabilität.“ Theoretisch sei die Deutsche Bank zwar nicht zu groß, um zu scheitern, die Aufsichtsbehörden und die Stresstests zeigten aber, dass die Bank genügend Kapital habe.

          „Hier ist ein Finanzinstitut, das umgebaut und gestärkt werden muss und das frisches Kapital besorgen muss. Es darf nicht sein, dass die amerikanischen Behörden dann eine noch größere Menge Geld herausziehen“, kritisierte Dijsselbloem. „Das ist, gelinde gesagt, echt kontraproduktiv.“ Die Bank habe Probleme zu lösen, „aber ich glaube, sie wird damit fertig“, sagte der Politiker. „Sie muss weitermachen mit ihrem Restrukturierungsprozess, mit der Rekapitalisierung und dem Umbau ihres Geschäftsmodells.“

          Nach dem Zusammenbruch der amerikanische Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 waren zahlreiche große Institute weltweit vom Staat aufgefangen worden. Die Staaten wollen sich jedoch nicht mehr in Geiselhaft nehmen lassen, wenn sich Großbanken verspekulieren. Dieses Phänomen ist unter dem Schlagwort „too big to fail“ bekannt. „Das ganze Konzept des ’too big to fail’ ist falsch. Wir müssen sicherstellen, dass sie nicht scheitern“, sagte Dijsselbloem. Institute und ihre Investoren sollen ihre Kosten selbst tragen und die Auswirkungen auf die Finanzmärkte begrenzen. Die Institute müssen daher Pläne zur Abwicklung im Krisenfall vorlegen - sogenannte „Testamente“.

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