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Handelskammer warnt : Deutschen Unternehmen droht Totalverlust in Venezuela

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Hat seine Land in die Katastrophe gesteuert: Venezuelas Regent Nicolas Maduro Bild: AP

Venezuela kann seine Schulden nicht begleichen. „Die deutsche Wirtschaft ist in großer Sorge“, schlägt ihre Lobby nun Alarm. Mit Russland hat sich das Land hingegen wohl geeinigt.

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          Eine Staatspleite Venezuelas könnte deutschen Unternehmen teuer zu stehen kommen. „Die aktuellen Zahlungsschwierigkeiten versetzen die deutsche Wirtschaft in große Sorge“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Das gelte insbesondere für Firmen, die Waren und Dienstleistungen an den Opec-Staat oder seine Staatsunternehmen geliefert hätten. „Viele von ihnen haben noch erhebliche Außenstände“, sagte Treier. „Ihnen gegenüber ist das Land jetzt schon im Zahlungsverzug - zum Teil schon seit Jahren.“ Es geht insgesamt um einen dreistelligen Millionenbetrag, verlautete aus DIHK-Kreisen gegenüber FAZ.NET.

          Sei die Finanzlage tatsächlich so hoffnungslos wie es den Anschein habe, drohe ein Totalverlust. „Hinzu kommt, dass selbst bei einer unerwartet starken Erholung des Ölpreises die strukturellen Defizite der venezolanischen Wirtschaft einen Turnaround auf Jahre hinaus nahezu unmöglich macht“, sagte Treier.

          Einigung mit Moskau

          Venezuela steht im Ausland mit 150 Milliarden Dollar in der Kreide, davon allein der Staat mit 45 Milliarden und der staatliche Ölkonzern PDVSA noch einmal mit 45 Milliarden Dollar, schätzt das International Institute of Finance, eine Bankenvereinigung. Erste Gespräche mit den Gläubigern über eine Umschuldung von rund 60 Milliarden Dollar brachten zu Wochenbeginn kein greifbares Ergebnis. Die amerikanische Ratingagentur S&P erklärte für das Land einen punktuellen Zahlungsausfall (Selective Default), da es zuletzt fällige Zinszahlungen über 200 Millionen Dollar nicht geleistet hat.

          Russland einigte sich dagegen nun auf eine bilaterale Umschuldung. Demnach wird Caracas in den kommenden zehn Jahren insgesamt 3,15 Milliarden Dollar nach Moskau überweisen, gab das russische Finanzministerium bekannt. In den ersten sechs Jahren seien die Rückzahlungen noch sehr gering. Venezuela hatte sich zuletzt im Jahr 2011 Geld von Russland geliehen, aber seit dem Jahr 2016 wegen der schweren Wirtschaftskrise Schwierigkeiten, seinen Verpflichtungen nachzukommen.

          Das Land ist von der Ölproduktion abhängig. Während des Ölbooms legte der Vorgänger von Präsident Nicolas Maduro, Hugo Chavez, großzügige Sozialprogramme auf und lieh Milliarden an der Wall Street. Doch dann fielen ab dem Jahr 2014 die Ölpreise schnell.

          Die Ölindustrie leidet zudem unter einem gewaltigen Investitionsmangel, der die Förderung beeinträchtigt. Venezuela brachen die Einnahmen weg. Seit der Parlamentswahl im Jahr 2015 steckt das Land in einer politischen Krise. Immer wieder kommt es zu Massenprotesten gegen Maduro, dem die Opposition Korruption und den Aufbau einer Diktatur vorwirft.

          Venezuela : Zweifel an Wahlsieg von Maduro-Partei

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