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Umstrittene Kurz-Video-App : Zuckerberg warnte vor Tiktok

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in Washington im Herbst 2019 Bild: EPA

Tiktok ist einer der größten Konkurrenten von Facebook und könnte in Amerika nun verboten werden. Facebook-Gründer Zuckerberg selbst hat amerikanische Politiker laut einem Bericht schon im Oktober 2019 vor der Kurz-Video-App gewarnt.

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          Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in Gesprächen mit Politikern in Washington persönlich vor dem Kurzvideodienst Tiktok gewarnt, der einer der größten Konkurrenten des Social-Media-Konzerns ist. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Demnach hat Zuckerberg im Oktober vergangenen Jahres die Gefahren durch Tiktok gegenüber einigen Senatoren direkt angesprochen.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Während eines Treffens mit Amerikas Präsident Donald Trump habe er zudem argumentiert, dass der Aufstieg chinesischer Internetkonzerne amerikanische Unternehmen gefährde – das sei wichtiger, als Facebook stärker zu kontrollieren. Immer wieder gibt es Spekulationen über eine Abmachung zwischen Zuckerberg und Trump: Die Regierung könnte auf stärkere Regulierung verzichten und Facebook dafür Trumps Posts großzügiger behandeln. Zuckerberg dementierte dies jedoch Mitte Juli: „Es gibt keinen Deal in irgendeiner Form.“ Die ganze Idee sei lächerlich.

          „Es ist albern“

          Facebook reagierte am Montag auf einen Bericht des „Wall Street Journal“. Zuckerberg habe sich „nie für eine Verbannung von Tiktok ausgesprochen“, sagte ein Sprecher dem Sender CNBC. Er habe stets öffentlich gesagt, dass chinesische Konzerne, deren Werte nicht zu demokratischen Idealen passten, die größten Konkurrenten für amerikanische Digitalunternehmen seien. „Es ist albern zu unterstellen, dass lange bestehende nationale Sicherheitsbedenken – vertreten durch Politiker auf beiden Seiten des politischen Spektrums – allein durch Marks Äußerungen geformt werden.“

          Tiktok ist mit etwa 100 Millionen Nutzern allein in den Vereinigten Staaten einer der größten Konkurrenten von Facebook. Präsident Trump will die Kurzvideo-App in Amerika verbieten, sofern sie nicht bis Mitte September verkauft wird. In Indien ist sie schon verboten. Als Begründung führt Trump die Sorge an, dass die chinesische Regierung Zugang zu den Nutzerdaten von Tiktok haben könnte, weil die App dem chinesischen Bytedance-Konzern gehört. Tiktok bestreitet das.

          Als mögliche Käufer werden Microsoft, Oracle, Twitter und etliche Finanzinvestoren gehandelt. Der Facebook-Konzern hat vor einigen Wochen selbst eine Funktion namens Reels in seine Plattform Instagram integriert, die als Tiktok-Klon angesehen wird. Tiktok-Chef Kevin Mayer hatte Ende Juli in einem Blogpost „niederträchtige Attacken“ von Facebook kritisiert, die als Patriotismus getarnt seien.

          Auch in Europa wird die App Überprüfungen unterzogen, ein Verbot wie in Amerika und Indien stößt hierzulande allerdings auf ein geteiltes Echo. Ein Drittel der Deutschen würde ein Verbot befürworten, ein Drittel lehnt es ab und ein Drittel ist unentschieden, wie eine repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Civey zeigt, die der F.A.Z. vorliegt. Doch das Vertrauen in die Plattformen ist auch hierzulande sehr gering. Drei Viertel der Menschen sagen, dass sie weder Facebook noch Tiktok vertrauen. Etwa jeder Sechste vertraut eher Facebook, nur gut ein Prozent der Deutschen hat größeres Vertrauen in Tiktok.

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