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Gegen Hass im Netz : Youtube verschärft Regeln für Werbung

Das Youtube-Logo auf dem Boden des Google-Standortes Zürich. Bild: dpa

Die Videoseite will es schwerer machen, auf der Seite Geld zu verdienen. Und damit fragwürdige Inhalte fernhalten.

          2 Min.

          Die zum Internetkonzern Google gehörende Videoplattform Youtube ist im vergangenen Jahr oft wegen fragwürdiger Inhalte in die Kritik geraten. Zwischenzeitlich gab es deshalb sogar einen Werbeboykott: Mehrere Unternehmen schalteten keine Anzeigen auf der Seite mehr, nachdem dort Werbung neben antisemitischen Inhalten aufgetaucht war.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Youtube hat danach schon seine Regeln für Werbung auf seiner Seite angepasst. Wer Videos für Youtube produzierte und auf die Seite stellte, brauchte zum Beispiel seither 10.000 Aufrufe, um an den Werbeeinnahmen beteiligt zu werden.

          Die Idee dahinter ist offenbar, dass anstößige Inhalte kein großes Publikum finden. Mit dieser Regel wird zwar nicht verhindert, dass solche Videos auf die Seite hochgeladen werden können. Aber es wird erschwert, damit Geld zu verdienen.

          „Höherer Standard“

          Jetzt hat die Seite ihre Richtlinien weiter verschärft. In einem Blogeintrag wurde mitgeteilt, Youtube-Kanäle müssten nun auf mindestens 1000 Abonnenten und eine Sehdauer von insgesamt 4000 Stunden im Jahr kommen, um auf der Seite mit Werbung Geld verdienen zu können. Die neuen Regeln gelten nicht nur für neue, sondern auch für existierende Kanäle.

          Youtube-Geschäftsführer Robert Kyncl sagte, das Unternehmen habe festgestellt, es brauche „einen höheren Standard“. Er gab dabei zu, die Größe des Publikums reiche nicht aus, um festzustellen, ob Inhalte angemessen seien, deshalb werde auch auf anderem Weg versucht, „schlechte Akteure“ fernzuhalten.

          Youtube kündigte zum Beispiel schon im Dezember an, dass die Gruppe von Mitarbeitern, die für das Aufspüren fragwürdiger Videos zuständig ist, in diesem Jahr auf 10.000 Personen ausgebaut werden soll. Youtube verspricht außerdem, dass künftig alle Videos in dem Programm „Google Preferred“, einer Art Premiumangebot für werbetreibende Unternehmen, einzeln von Menschen daraufhin überprüft werden, ob sie die Richtlinien von Youtube einhalten.

          Mit diesen Veränderungen will Youtube gegen gewalttätige und extremistische Inhalte vorgehen, aber sie dürften auch viele Produzenten von gewöhnlichen Videos betreffen, an denen nichts auszusetzen ist. Die Online-Publikation „Recode“ schrieb unter Berufung auf eine mit dem Sachverhalt vertraute Person, die Neuregelung würde Zehntausende von Videoproduzenten treffen, die nun kein Geld mehr verdienen können.

          Youtube-Geschäftsführer Kyncl nannte keine Zahl, gab aber zu, sie sei „erheblich“. Er sagte aber auch, 99 Prozent der von der Neuregelung betroffenen Kanäle hätten im vergangenen Jahr auf der Seite weniger als 100 Dollar verdient.

          Youtube ist für viele Menschen in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Es gibt eine ganze Reihe von „Youtube-Persönlichkeiten“, die mit ihren Kanälen ein stattliches Publikum finden und an den Werbeeinnahmen beteiligt werden. In dem Blogeintrag hieß es, die Zahl der Kanäle, die mindestens 100.000 Dollar im Jahr verdienen, sei 2017 um 40 Prozent gestiegen. Wie hoch diese Zahl genau ist, wurde nicht gesagt.

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