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Worldcoin : Ein Deutscher will eine globale Kryptowährung schaffen

Der „Orb“ soll die Augen vermessen. Bild: Unternehmen

Ein junger Deutscher verfolgt im Silicon Valley eine abenteuerliche Idee: Er will die erste Digitalwährung schaffen, die von Milliarden Menschen genutzt wird. Dafür lockt er mit Gratisgeld – im Gegenzug für biometrische Daten.

          11 Min.

          Es klingt unwiderstehlich: „Eine neue globale Digitalwährung, die zum Start jedem Menschen auf der Erde einen kostenlosen Anteil gibt.“ So beschreibt sich Worldcoin, ein Unternehmen mit Wurzeln im kalifornischen Silicon Valley, starken Verbindungen nach Deutschland und einem abenteuerlichen Konzept. Es erhebt den Anspruch, die erste Kryptowährung zu entwickeln, die den Durchbruch in der breiten Masse schafft und von mindestens einer Milliarde Menschen genutzt wird. Eine Währung für die Welt also, wie schon der Name unbescheiden suggeriert, und damit die Welt auch mitmacht, wird Gratisgeld versprochen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Es ist ein kühner Plan, und wie er umgesetzt werden soll, hört sich geradezu aberwitzig an: Um Nutzer in dieses System aufzunehmen und sie eindeutig zu identifizieren, erfasst Worldcoin biometrische Daten, und zwar von den Augen. Dazu gibt es den „Orb“, ein kugelförmiges Gerät von der Größe eines Volleyballs, das Menschen vors Gesicht gehalten wird, um Bilder von deren Iris zu machen. Das lässt an gruselige Science-Fiction denken, und Datenschützer sind alarmiert. Worldcoin sieht darin aber den einzigen Weg, um Betrug zu verhindern, und beteuert, alle erfassten Daten seien anonymisiert und sicher. Das Unternehmen legt auch Wert auf die Feststellung, dass sein Geschäft nicht darauf basiere, Nutzerdaten auszuwerten – das lässt sich als Seitenhieb auf Internetgiganten wie Facebook und Google interpretieren.

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