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Online-Enzyklopädie : Die Wikipedia stößt an ihre Grenzen

Viel zu lesen: Die ausgedruckte Wikipedia in einem Projekt des Künstlers Michael Mandiberg Bild: Picture-Alliance

Freiwillige schreiben auf, was sie wissen: So funktionierte das Internetlexikon Wikipedia bisher. Das klappt nicht mehr gut. Muss Wikipedia die Autoren bald bezahlen?

          6 Min.

          Mit Wikipedia hat Elke Schüßler schon vor ein paar Jahren abgeschlossen. Damals wollte sie den Lesern eine neue wissenschaftliche Disziplin nahebringen. Es ging um die Erforschung von Veranstaltungen wie Konferenzen, Messen oder Festivals. Erst legte Schüßler einen kurzen Artikel mit Verweis auf das wissenschaftliche Standardbuch an. Dieser Artikel wurde von anderen Wikipedia-Autoren gelöscht, er enthalte zu wenige Quellen. Sie probierte es noch mal, ergänzte einige Quellen – und wurde wieder abgelehnt. „Dann habe ich es gelassen“, sagt Elke Schüßler heute. „Ich habe ja noch tausend andere Dinge zu tun.“

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Genau da ist das Problem der Wikipedia: Viel zu viele Leute haben inzwischen Besseres zu tun, als sich im Internet darüber zu streiten, welche Artikel angelegt und welche alten Fakten geändert werden sollten. Nicht mal die Hälfte der einstigen Autoren sind noch übrig. 2009 hatte die deutschsprachige Ausgabe noch 13.000 Autoren, heute stagniert ihre Zahl bei 5500. Bisher hat die Wikipedia kein Mittel gefunden, wieder mehr Autoren an sich zu binden. Inzwischen werden die Folgen spürbar: Viele Artikel verlieren an Aktualität.

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