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Verhinderung von Infektionen : Wie Roboter in der Coronakrise helfen

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Ein Roboter namens „Pepper“ weist die Kunden in einem Supermarkt in Ahrensburg in Schleswig-Holstein auf die Verhaltensregeln hin. Bild: dpa

Bei Robotern kann man sich nicht anstecken. Deshalb werden sie in Supermärkten, Krankenhäusern und Lagern jetzt vermehrt eingesetzt. Doch gleichzeitig kämpfen die Hersteller mit eigenen Problemen.

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          „Halten Sie zu Ihren Mitmenschen einen Sicherheitsabstand ein“. An diese Regel erinnert in einem Supermarkt in Lindlar nicht die Kassiererin, sondern der kleine weiße Roboter Pepper vom japanischen Softbank-Konzern. „Kunden finden ihn sympathisch bis süß“, sagt Filialleiter Marc-Philipp Stöcker.

          In der Coronavirus-Pandemie werden Roboter verstärkt dort eingesetzt, wo sie Menschen Arbeiten abnehmen können, bei denen sich diese anstecken könnten. Das ist vor allem in Krankenhäusern, Laboren und Lagern der Fall. „Ich rechne mit einem starken Schub für Dienstleistungsroboter“, sagt Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky. „Die Roboter gibt es alle bereits, aber sie werden jetzt in unseren Alltag rücken.“

          „Zum Nutzen der Gesellschaft“

          Zu den größten Anbietern von solchen Service-Robotern auf der Welt gehört das dänische Unternehmen Blue Ocean Robotics. Ihr Desinfektionsroboter UVD ist in vielen Krankenhäusern rund um den Globus im Einsatz und tötet Krankheitserreger mit ultraviolettem Licht.

          „Die Nachfrage ist seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie explodiert. Statt eines Wachstum von 400 Prozent erwarten wir nun, dass es noch mal zwei- bis dreimal höher ausfällt“, sagt Blue-Ocean-Mitgründer und -Chef Claus Risager. Er habe die Produktion hochgefahren und stelle monatlich 20 neue Mitarbeiter ein. Risager ist der Meinung, dass das Momentum andauert: „Vor der Krise wurden Roboter als „nice-to-have“ angesehen, jetzt versteht jeder ihren Wert.“

          Um davon zu profitieren und andere Umsatzeinbußen auszugleichen, drücken viele Unternehmen auf die Tube, entwickeln neue Roboter oder passen vorhandene Geräte an neue Anforderungen an. „Wir werden in den nächsten Wochen viele konkrete Anwendungen sehen, in denen Roboter zum Nutzen der Gesellschaft eingesetzt werden“, sagt die Generalsekretärin des Internationalen Roboterverbandes IFR, Susanne Bieller. So entwickelte auch Siemens innerhalb von Wochen einen Desinfektionsroboter. „Die Ideen schießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Das hat einiges mit Gründerspirit zu tun“, findet Patrick Schwarzkopf vom Maschinenbau-Verband VDMA.

          Die Coronakrise, die einerseits für neue Nachfrage sorgt, stellt die Branche andererseits vor große Herausforderungen. „Schon vor der Krise war das Geschäft belastet. Derzeit sind Fertigung und Entwicklung extrem eingeschränkt“, sagt Bieller mit Blick auf den erwarteten Einbruch der Weltwirtschaft, Handelskonflikte und Reisebeschränkungen. Vor Ausbruch der Pandemie rechnete der IFR mit einem Umsatzplus für das Segment der professionellen Serviceroboter von mehr als einem Drittel auf rund 12,6 Milliarden Dollar. Nachgefragt werden demnach vor allem Roboter für Logistik, Landwirtschaft – und eben Medizin.

          In der Krise werden verstärkt Telepräsenzroboter in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt, damit Ärzte und Pfleger weniger direkten Kontakt zu Patienten haben. Andere Roboter messen etwa bei Besuchern die Temperatur. Ganz so weit ist Severin Bobon mit seinem Unternehmen Boka Automation aus Unterfranken noch nicht. Er hat eine Art Drive-In für Coronavirus-Tests entwickelt, in dem ein Roboterarm die Proben entgegennimmt, und hofft nun auf Auftraggeber. „Es gibt keinen zwischenmenschlichen Kontakt, was das Infektionsrisiko auf das Minimalste reduziert“, sagt Bobon.

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