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Datenmissbrauch in Apotheken : Wie eine Apothekerin einen Skandal im Gesundheitswesen aufdeckte

Apothekerin Martina Czech aus München kämpft gegen den Datenschutz-Missstand. Bild: Jan Roeder

Im vergangenen Jahr kommt eine Apothekerin aus München einem Datenmissbrauch auf die Spur. Sie stößt auf eine Mauer des Schweigens. Doch davon lässt sie sich nicht aufhalten.

          7 Min.

          Martina Czech hat gerade ihren weißen Kittel angezogen und sitzt auf einem Hocker. Zwei Mitarbeiter sortierten an einem langen Tisch im hinteren Raum der Apotheke Medikamente, ordnen sie einzelnen Rezepten von Patienten zu. Das Telefon klingelt. Vorne im Verkaufsraum bedienen zwei Angestellte die ersten Kunden an diesem Morgen. Dann steht Czech auf, zieht aus einem Regal einen Ordner mit Dokumenten, setzt sich wieder hin. Sie blättert durch ausgedruckte Mails, Bildschirmkopien, Briefe. „Ich habe alles gesammelt. Ich kann alles belegen. Aber die Mauer des Schweigens verhindert eine Aufklärung. Das ist doch gruselig.“

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Worte kommen der Inhaberin einer Apotheke im Münchner Südwesten schnell und scharf über die Lippen. Ein Hilferuf an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blieb nach ihren Angaben ohne Reaktion. Ein Ministeriumssprecher bestätigt, Czech habe sich gemeldet. Es geht um den Verdacht, dass eine weitverbreitete Apotheken-Software eines großen Anbieters ungefragt Kundendaten speichert und abgreift. Es könnte Hunderttausende oder Millionen Patienten betreffen. Czech will wissen, was dahintersteckt. Doch sie stößt auf Widerstände.

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