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Beliebtes Handyspiel : Wer spielt eigentlich noch Pokémon Go?

  • -Aktualisiert am

So sieht das Pokémon-Go-Universum aus. Bild: dpa

Der amerikanische Spieleentwickler Niantic macht immer noch kräftig Umsatz mit der Monsterjagd auf dem Handy. Das liegt auch an den zahlreichen Neuerungen der letzten Monate.

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          Erinnern Sie sich noch an Taubsi, Pantimos und Evoli? An Hornliu, Habitak und Raupy? Vor zwei Jahren waren diese Namen in aller Munde. Denn gefühlt ganz Deutschland war damals auf der Jagd nach diesen kleinen Monstern. Weltweit wurde das Handyspiel in den ersten drei Monaten 600 Millionen Mal heruntergeladen.

          Heute sieht man nur noch selten Spieler in Parks auf ihr Handy starren und kleine Monster fangen. Zumindest sind sie nicht so auffällig wie im Sommer 2016, als ganze Brücke und Straßenzüge gesperrt wurden, weil sich die Monsterjäger dort tummelten. Doch Pokémon Go hat sich eine kleine, aber feine Anhängerschaft erhalten.

          Nach Angaben des Marktforschungsinstituts App Annie gibt es heute immer noch 20 Millionen täglich aktive Spieler auf der ganzen Welt. Bis heute hat der amerikanische Spieleentwickler Niantic 1,8 Milliarden Dollar Umsatz mit dem Spiel gemacht – davon 600 Millionen Dollar in den letzten zwölf Monaten. Geld verdienen die Macher vor allem durch sogenannte In-App-Käufe: Spieler können virtuelle Zusatzinhalte kaufen, zum Beispiel „Brutmaschinen“ oder zusätzlichen Speicherplatz für die kleinen Monster.

          Anfang Juli wurde diese Fangemeinde plötzlich noch einmal sichtbar. Knapp 40.000 Spieler wurden bei einem organisierten Event im Dortmunder Westfalenpark gezählt. Sie hatten die Chance, besonders seltene Pokémon dort zu fangen. Auch auf der Gamescom soll das superseltene Monster Icognito derzeit auftauchen.

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          Mittlerweile sind Monster der dritten Generation im Spiel. Doch dass Pokémon sich immer noch halten kann, liegt wohl nicht nur daran, dass der amerikanische Spieleentwickler Niantic ständig neue Figuren einführt. Im Juni erhielt das Spiel die wohl größte Neuerung seiner Geschichte: eine Tauschfunktion. Ein Feature, das noch aus dem klassischen Videospiel stammt und auf das Nutzer auch für das Handyspiel sehnsüchtig gewartet hatten. Spieler können Figuren tauschen, wenn sie direkt nebeneinander sitzen, und sich auch gegenseitig Geschenke machen. In den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Telegram sind unzählige Gruppen entstanden, um Mitspieler zu finden und sich zum Tauschen zu verabreden. Die Facebook-Gruppe „Pokémon Go Frankfurt am Main“ hat immerhin 3300 Mitglieder.

          Zuvor hatte Niantic schon andere kleine Neuerungen eingeführt: In sogenannten Raid-Kämpfen kann man zusammen mit Mitspielern übermächtige Pokémon besiegen und dafür Belohnungen erhalten. Und „Forschungsaufträge“ sorgen dafür, dass die Spieler einen Anreiz haben, sich mindestens einmal am Tag einzuloggen. Diese sogenannten Quests sind auch in klassischen Computerspielen beliebt: Die Spieler erhalten kleine Aufgaben, die sie lösen müssen, um im Spiel voranzukommen oder eine Belohnung zu erhalten.

          Erwartet für dieses Jahr wird außerdem ein Modus, in dem Spieler direkt gegeneinander antreten können (PvP-Modus). Bislang geht das in den Arenen nur gegen den Computer. Und im Herbst macht Niantic dann einen weiteren Sprung zurück in die Zukunft: Dann soll Ingress Prime auf den Markt kommen, eine neue Version des legendären Pokémon-Go-Vorgängers Ingress. Ingress kam 2013 auf den Markt und war das erste Augmented-Reality-Spiel fürs Smartphone, das auf der ganzen Welt erfolgreich war. Mit seinem Netz aus Knotenpunkten legte es den Grundstein für die virtuelle Infrastruktur von Pokémon Go.

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