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Hype um Konsolenspiel Fifa : Fußball für Zocker

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Der brasilianische Fußballer Neymar zählt im Videospiel „Fifa“ zu den wertvollsten Spielern – wie im richtigen Leben. Bild: FIFA

Jedes Jahr aufs neue schafft es ein Entwicklerstudio, Millionen von Zockern bis zu 80 Euro aus der Tasche zu ziehen: Das virtuelle Fußballspiel „Fifa“ ist eine Gelddruckmaschine. Was steckt hinter dem Hype?

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          Cristiano Ronaldo, der Superstar aus Portugal, spielt für den 1. FC Nürnberg – und gleichzeitig auch noch für den Gegner Schalke 04? Klingt verquer, ist aber möglich. Zumindest in der Fußballsimulation Fifa. Wer eine Xbox, Playstation, Nintendo oder schlicht einen Computer besitzt, kann sich seine Traummannschaft zusammenstellen und mit ihr Turniere gegen andere Zocker bestreiten. Das alles mit hochauflösender Grafik in lebensnaher Atmosphäre und in virtuellen Stadien.

          Das Videospiel, das in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, hat Millionen Fans auf der ganzen Welt. Wenn am kommenden Dienstag in Köln die Gamescom startet, die größte Messe für Computer- und Videospiele auf der Welt, wird es vor dem Stand von EA Sports ganz besonders eng werden. Dort werden sich die Fans drängeln, um die jüngste Auflage der Fußballsimulation anzuspielen. Vor Dutzenden Rechnern werden die Spieler mit Kopfhörern sitzen, gebannt auf ihre Bildschirme starren und an den Controllern, mit denen das Spiel gesteuert wird, drücken und zerren. Hin und wieder wird einer laut fluchen oder frustriert aufgeben. So ist es in jedem Jahr auf der Gamescom.

          Was für Außenstehende merkwürdig aussehen mag, ist längst kein Nischenphänomen mehr. Das Spiel – benannt nach dem Weltfußballverband, der „Fédération Internationale de Football Association“ – gehört zu den beliebtesten und erfolgreichsten Videospielen aller Zeiten. Um die Veröffentlichung jeder neuen Auflage entsteht Jahr für Jahr im September ein regelrechter Hype. Allein die Enthüllung des neuesten Titelbilds der Spielhülle ist ein eigenes Event. Tausende Fans fiebern alljährlich dem Termin entgegen, um die neuesten Tricks auszuprobieren. Ganze Ligen organisieren sich für das virtuelle Fußballspiel. Es gibt Profi-Zocker, die damit ihr Geld verdienen, und die ersten Fußball-Vereine bauen schon eigene Abteilungen für diese Variante ihres Ballsports auf.

          Fans zunehmend enttäuscht

          Angefangen hat der unglaubliche Erfolg des Videospiels 1993 in Kanada. Unter der Leitung von Entwickler Jan Tian brachte EA Canada, eine Tochterfirma des börsennotierten, amerikanischen Spieleherstellers Electronic Arts, das Spiel „Fifa International Soccer“ auf den Markt. Kleine, verpixelte Männchen sprinteten in ruckeligen Bewegungen über den Rasen und versuchten nach einfachen Spielzügen das gegnerische Tor zu treffen. Das Entwicklerstudio, das 1991 gegründet worden war, rechnete mit einem Absatz von etwa 300.000 Exemplaren. Doch schon nach vier Wochen waren 500.000 Stück verkauft. Es schien, als habe die Spielewelt nur auf eine Fußballsimulation gewartet. Der Erfolg der ersten Ausgabe wird seitdem beinahe jedes Jahr übertroffen.

          Mit „Fifa 1996“ kam das erste Mal ein Spiel in 3D-Optik auf den Markt, „Fifa 1998“ setzte neue Maßstäbe für die Grafik. „Unglaubliche Qualität“ und „Detailtreue“ priesen die Fachzeitschriften damals an. Doch nicht nur optisch hatte EA Sports an dem Spiel gefeilt: Die Atmosphäre im Stadion war realistischer geworden. Auch das Verhalten der Spieler – etwa sekundenlange Diskussionen mit dem Schiedsrichter nach einer Gelben oder Roten Karte – wurde angepasst. Seit 2007 kann die Karriere eines einzelnen Spielers nachgespielt werden, seit 2015 sind auch Frauen-Nationalmannschaften enthalten.

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