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Kurz-Video-App : Was Maschinenbauer auf Tiktok treiben

Ziehl-Abegg-Angestellte tanzen im Foyer des Unternehmens Bild: Screenshot F.A.Z. / Tiktok

Donald Trump wollte die unter jungen Menschen beliebte App verbannen. Doch längst hat sie sich in Deutschland ausgebreitet. Selbst traditionelle Unternehmen toben sich dort inzwischen aus.

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          So recht zusammen passen die Welten eigentlich nicht: Tiktok auf der einen Seite, deutsche Familien- oder Industrieunternehmen auf der anderen. Auf der Kurz-Video-App reihen sich Tanzeinlagen, Tutorials und Streiche aneinander. Es wird gesprungen, gelacht, die Videos werden so geschnitten, dass lustige Effekte entstehen. In den alteingesessenen Unternehmen tragen viele noch Krawatte, und Tutorials heißen natürlich Lehrgang.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Rainer Grill ist in beiden Welten zu Hause. Er ist Mitte 50, trägt selbst im Lockdown Krawatte und ist dennoch ein heimlicher Star in Tiktok-Deutschland. Sein Arbeitgeber ist einer dieser Weltmarktführer aus dem Südwesten, die wenige kennen und dennoch Tausende Angestellte haben: Ziehl-Abegg, Hersteller von Hochleistungs-Ventilatoren. Seine ersten Tiktok-Gehversuche, berichtet er, habe er im Sommerurlaub 2019 gemacht mit kurzen Landschaftsfilmen in Rumänien. In einem PR-Fachmagazin hatte er davor über Tiktok gelesen. „Im Mai 2020 stand ich dann mit einer jungen Kollegin an der Kaffeetheke. Da ist die Idee entstanden, wir könnten bei Ziehl-Abegg Tiktok machen. Dabei sind wir ein sehr klassischer Maschinenbauer.“

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