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Superschnelles Internet : Warum mit 5G die Funklöcher nicht verschwinden

Immer auf Empfang, immer auf Sendung: Smartphone-Nutzer beim Musikfestival Lollapalooza in Berlin Bild: dpa

Der neue Mobilfunkstandard für superschnelles Internet soll vieles besser machen. Die Politik will den Ausbau vorantreiben. Doch die Netzbetreiber haben Angst vor hohen Kosten – sie drohen, an anderer Stelle zu sparen.

          4 Min.

          Er gilt als Basis für Zukunftstechnologien – vom selbstfahrenden Auto bis zur Fabrik, die sich eigenständig organisiert. Auf dem neuen Mobilfunkstandard 5G ruhen große Hoffnungen. Wie schnell und wo Deutschland mit 5G vorankommt, dafür sollen in diesen Wochen die Weichen gestellt werden. Doch während die Politik für einen raschen und umfassenden Ausbau plädiert, stehen die Netzbetreiber auf der Bremse. Sie fürchten überhöhte Kosten auf sich zukommen – und verbinden das mit einer unterschwelligen kleinen Drohung: Wenn in der für das Frühjahr 2019 geplanten Auktion der 5G-Frequenzen die Auflagen, finanziell betrachtet, zu hoch sind, muss die Branche anderweitig sparen. Und zwar am Ausbau des aktuellen Mobilfunkstandards 4G, auch bekannt als LTE.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach Informationen der F.A.Z. stehen dann möglicherweise Mobilfunkpakte in Frage, die in jüngster Vergangenheit abgeschlossen wurden. Erst im Juli hatte sich die Branche mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) darauf geeinigt, noch bestehende Lücken in der Funkversorgung weitgehend zu schließen. Von einer Abdeckung von 99 Prozent bis Ende 2020 war die Rede. Dafür sind neue Funkstandorte und -masten nötig. Und die kosten die Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone viel Geld. Auch Bundesländer drängen darauf, weiße Flecken in ländlichen Gebieten zu schließen. Vergangene Woche hatte Bayern mit allen drei Netzbetreibern einen Pakt vereinbart – verbunden mit staatlichem Fördergeld von 80 Millionen Euro, aber auch mit einem 20-prozentigen Eigenanteil der Mobilfunker.

          „Flächendeckender Ausbau unverhältnismäßig teuer“

          Von einer Ausbau-Drohung will die Branche nicht sprechen. Lieber formuliert man eine „ehrliche Sorge“. „Man kann den Euro nicht zweimal ausgeben“, ist zu hören. Die Sorge hatte schon im Sommer während des Mobilfunkgipfels mit Scheuer bestanden. Der Minister versuchte zu beruhigen und versprach „investitionsfördernde Rahmenbedingungen“ für die Auktion. Die wären dringend nötig: Rund 60 Milliarden Euro wird es Schätzungen zufolge kosten, ein flächendeckendes 5G-Netz in Deutschland aufzubauen.

          Nun hat die Bundesnetzagentur für die anstehende Frequenzauktion ein umfangreiches Regelwerk veröffentlicht. In dem sogenannten Konsultationsentwurf werden auf 119 Seiten alle Faktoren des künftigen 5G-Ausbaus erörtert. Behördenpräsident Jochen Homann versucht darin, allen gerecht zu werden: „Wir gehen mit unseren Versorgungsauflagen an die Grenze des wirtschaftlich Zumutbaren und rechtlich Möglichen“, sagt er, stellt jedoch gleichzeitig klar: „Ein flächendeckender Ausbau mit der 5G-Technologie bereits jetzt ist unverhältnismäßig teuer.“

          Zahlungsaufschub für die Betreiber?

          Aus Sicht der Mobilfunkbetreiber ist der Auktionsentwurf dennoch eine Enttäuschung. „Das Papier braucht eine Reparatur, einige Formulierungen erschrecken uns“, schimpft Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter. Für die Deutsche Telekom sind die Vorschläge „kontraproduktiv und verunsichern investitionswillige Unternehmen“. Telefónica Deutschland warnt vor „überzogenen politischen Forderungen“ – und vermisst insbesondere die angekündigten Zahlungserleichterungen.

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