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Nach Vietnam oder Indien : Warum Apple seine Produktion aus China abziehen könnte

Ein Apple-Store in Schanghai Bild: AFP

Ein Teil der Apple-Geräte könnte künftig nicht mehr in dem für den Konzern so wichtigen Land China hergestellt werden. Der Handelskrieg ist dafür womöglich nicht der einzige Grund.

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          Der amerikanische iPhone-Hersteller Apple prüft angeblich, einen Teil seiner Produktion aus China abzuziehen und möglicherweise in Länder Südostasiens wie Vietnam oder Indien zu verlagern. Das berichten die japanische Zeitung „Asia Nikkei“ und das „Wall Street Journal“. Apple soll demnach seine größeren Zulieferer angewiesen haben, zu prüfen, inwiefern eine Verlagerung von Kapazitäten machbar wäre und was sie kosten würde.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nikkei schreibt, es gehe um 15 bis 30 Prozent der Produktion in China. Diese Überlegungen kommen zu einer Zeit, in der Apple immer stärker in den Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China hineingezogen wird. Der amerikanische Präsident Donald Trump erwägt, Zölle von bis zu 25 Prozent auf weitere chinesische Importe im Warenwert von 300 Milliarden Dollar zu verhängen. Von diesen Zöllen wären auch Smartphones und PCs betroffen, wie sie Apple in China fertigen lässt.

          Apple schrieb in dieser Woche in einem Brief an den amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer, die vorgeschlagenen Zölle würden fast alle Produkte des Unternehmens treffen, darunter das iPhone-Handy, den Tabletcomputer iPad und Mac-Computer. Der Konzern warnte, die Zölle würden seinen Beitrag zur amerikanischen Wirtschaft reduzieren und seine globale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Der Vorstandsvorsitzende Tim Cook war auch erst in der vergangenen Woche zu Gesprächen mit Trump im Weißen Haus.

          China ist für Apple extrem wichtig

          Apple lässt heute einen überwiegenden Teil seiner Produkte in China fertigen und setzt dabei auf Auftragsfertiger wie Foxconn. Trump drängt den Konzern schon seit einiger Zeit dazu, auch in den Vereinigten Staaten Fertigungsstätten zu errichten. Bislang lässt Apple hier aber nur in kleiner Zahl Mac-Computer herstellen. Der Konzern hat aber andere Investitionen in Amerika angekündigt. Beispielsweise will für eine Milliarde Dollar einen neuen Campus in Austin, Texas, bauen, wo unter anderem Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung und im Kundendienst untergebracht werden sollen.

          Was die Produktion der Apple-Geräte betrifft, hat Vorstandschef Cook in der Vergangenheit Spekulationen über einen Abzug aus China stets zurückgewiesen. Er verwies darauf, dass es in keinem anderen Land ein hinreichend großes Angebot an Arbeitskräften und eine derartige Nähe zu Zulieferern gebe. Allerdings hat der südkoreanische Samsung-Konzern, der größte Smartphone-Hersteller der Welt, diese Aussage jüngst widerlegt, indem er seine letzte Telefonfabrik in China geschlossen hat.

          Apple gerät immer stärker in den Handelskrieg zwischen Amerika und China, und das nicht nur direkt wegen möglicher Zölle auf seine Geräte. So thematisieren chinesische Staatsmedien immer wieder, dass die Regierung in Peking den Konzern aus Kalifornien als Ziel für eine Racheaktion auswählen könnte. Trumps Regierung hatte den südchinesischen Huawei-Konzern, den nach Samsung und vor Apple zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt, jüngst auf eine schwarze Liste gesetzt. Seitdem haben zahlreiche amerikanische Zulieferer wie Qualcomm und der Lieferant der Betriebssoftware Android, Google-Mutterkonzern Alphabet, die Zusammenarbeit mit den Chinesen aufgekündigt, um nicht gegen das Gesetz in den Vereinigten Staaten zu verstoßen.

          China ist für Apple extrem wichtig, sowohl als Produktionsstandort als auch als Absatzmarkt. Der Auftragsfertiger Foxconn hat kürzlich gesagt, er habe Kapazitäten, um die Produktion von Apple-Geräten von China in andere Länder zu verlagern. Analysten von Wedbush Securities haben gesagt, im besten Falle könnte Apple in der Lage sein, innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten zwischen 5 und 7 Prozent seiner iPhone-Produktion nach Indien zu bringen. Wie „Nikkei“ schreibt, wäre eine mögliche Verlagerung nicht vom Ausgang des Handelskonflikts abhängig.

          In der Tat gibt es auch andere Gründe, eine Verlagerung zu erwägen. Dazu zählen vor allem die Lohnkosten, die in China in den vergangenen fünf Jahren um das Doppelte gestiegen sind. Auch könnten dem Land aufgrund der demographischen Entwicklung bald genügend junge Arbeitskräfte fehlen.

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