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Legendärer Investor : Buffett bedauert, dass er Google falsch eingeschätzt hat

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Warren Buffett hat an diesem Wochenende mehr als 40.000 Anteilseigner zu Gast in Omaha. Bild: Reuters

Selbstkritik: Warren Buffett räumt Fehler ein. Und verrät, was er von Amazon-Gründer Jeff Bezos hält.

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          Warren Buffett hat viele Jahrzehnte lang kluge Entscheidungen getroffen und ist durch Aktienkäufe einer der reichsten Menschen der Welt geworden. Gerade erst hat er wieder die Kurse an den Börsen bewegt, als er erklärte, in den ersten drei Monaten dieses Jahres ungefähr 75 Millionen Anteile am Tech-Konzern Apple gekauft zu haben. Der Marktwert des iPhone-Herstellers überwand daraufhin die Marke von 900 Milliarden Dollar.

          Die Investition ist für Buffett auch insofern außergewöhnlich, als er die Technologie-Branche eigentlich scheut. Sie passt tatsächlich auch tendenziell eher weniger gut zu seinem Anlagestil – Buffett analysiert Unternehmensbilanzen daraufhin, ob die dort stehenden Werte stark vom dem abweichen, was die Anleger denken; und er investiert entsprechend. Traditionell hat er sich beispielsweise an Eisenbahn-Unternehmen oder Banken beteiligt.

          „Was Jeff Bezos getan hat, ist nahe an einem Wunder“

          Auf dem diesjährigen Treffen der Anteilseigner seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway in der Stadt Omaha gab der mittlerweile 87 Jahre alte Investor zu: „Ich habe falsche Entscheidungen getroffen in Bezug auf Google und Amazon.“ Und er ergänzte einem Bericht des Finanzsenders CNBC zufolge: „Wir haben uns das angesehen. Ich machte den Fehler, nicht fähig gewesen zu sein, mit voller Überzeugung zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass zu den gegenwärtigen Preisen die Aussichten besser waren, als die Preise dies signalisierten.“

          Microsoft-Gründer Bill Gates sei derjenige gewesen, der ihn habe überreden müssen, nicht mehr die Suchmaschine Altavista zu verwenden, sondern stattdessen eben Google. Außerdem räumte Buffett ein, dass er klar unterschätzt habe, wie sehr und wie schnell Amazon durch seinen Online-Handel und die Cloud-Geschäfte Branchen durcheinanderwirbelt.

          „Ich hatte eine sehr, sehr, sehr hohe Meinung von Jeffs Fähigkeiten, als ich ihn das erste Mal traf, und ich unterschätzte ihn“, erinnerte sich Buffett nun. „Ich verfolgte Amazon von Beginn an. Ich denke, was Jeff Bezos getan hat, ist nahe an einem Wunder.“ Das Problem sei schlicht, dass wenn er, Buffett, „denke, dass etwas ein Wunder sein wird, tendiere ich dazu, nicht darauf zu wetten“. Und er fügte hinzu, dass er selbst „offensichtlich viel besser gewesen wäre, wenn ich einige Einsichten in bestimmte Geschäftsmodelle gehabt hätte“.

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